Archiv für June, 2008

Henkel sucht gemeinnützige Umweltprojekte für Kinder

Aus Glocalist:

Projekt Futurino“ ruft Verbraucher, Kindergärten, Schulen, Vereine, Verbände und Einrichtungen auf, Projekte einzureichen, die Kinder die Natur erleben und schützen lehren. Insgesamt 500.000 Euro stellt Henkel dafür zur Verfügung”.

Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren können sich bewerben, die maximale Förderung eines Projekts beträgt 20.000 Euro und am 31. Juli 2008 ist die Bewerbungsfrist zu Ende.

CSR in Deutschland – Mode oder Notwendigkeit?

Seit einigen Tagen liegt eine FAZ-Beilage bei mir auf dem Schreibtisch: CSR-Unternehmen, Gesellschaft, Verantwortung. Das Thema interessiert uns bei betterplace natürlich brennend, bieten wir doch eine völlig neuartige, transparente, Mitarbeiter und Kunden aktivierende Präsentation des sozialen Engagements von Unternehmen auf unserer Plattform an. 

Nun ist Deutschland, so machen gleich eine Reihe von Artikeln deutlich, nicht gerade Vorreiter auf dem Gebiet der Corporate Social Responsibility (dem gesellschaftlich verantwortlichen unternehmerischen Handeln). Viele Unternehmen, so Prof. Dr. Henry Schäfer von der Uni Stuttgart, berufen sich auf die hohen gesetzlichen Standards in Deutschland. Nach dem Motto. “Sollen ausländische Unternehmen doch erst mal auf unser Niveau kommen”, wehren sie CSR als kurzlebige, angelsächsische Managementmode ab.  

Steigerung des Unternehmenswerts

Dabei übersehen diese Unternehmen, dass ein gutes öffentliches Ansehen ihren Wert enorm steigern kann. Nachhaltigkeitsthemen werden im Ausland von immer mehr Führungskräften als Treiber des Shareholder Value verstanden. Ratingagenturen – was auch immer man von ihnen halten mag und die Qualitätsunterschiede zwischen ihnen sind groß – erstellen “Bestenlisten” aufgrund von bis zu 200 einzelnen Umwelt- und Sozialkriterien. “Eine reaktive und nur das gesetzliche Soll erfüllende Umwelt- und Sozialperformance greift … zu kurz” und verpasst die Positionierung in einem neuen Feld für Wettbewerbsvorteile.

Corporate Volunteering

Besonders einleuchtend fand ich die Thesen zum Corporate Volunteering: Knapp 40% aller deutschen Arbeitnehmer engagieren sich ehrenamtlich, aber lediglich 19% von ihnen fühlen sich von ihren Unternehmen dabei unterstützt.

Bei 38% ist das Unternehmen nicht über den freiwilligen Einsatz seiner Angestellten nach Feierabend informiert. Dabei wären über die Hälfte der Angestelten bereit, als Vertreter des Unternehmens aufzutreten, beispielsweise in T-Shirt mit Firmenlogo. 

Als betterplacianerin denke ich natürlich wie einfach es doch wäre dieses vielfältige Engagement für Mitarbeiter und Kunden sichtbar zu machen. Stellen Sie es sich vor: mit einem Klick auf einer Unternehmensseite auf betterplace sehen sie nicht nur das gesamte soziale Engagement des Unternehmens, sondern auch noch eine Landkarte der vielen Initiativen, für die sich einzelne Mitarbeiter engagieren! Und sie sehen sie nicht nur transparent dargestellt, sie können sie auch selbst aktiv unterstützen.  

Nice to have or essential?

Vor einiger Zeit galt Umweltbewußtsein unter deutschen Unternehmen als “nice to have”, aber nicht “essential”. Mittlerweile wollen und müssen Unternehmen sich aktiv mit Umweltfragen auseinandersetzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis verantwortliches unternehmerisches Handeln im weiteren Sinne (von familienfreundichen Firmenpolitiken, über transparente Rechenschaft des Sponsoring bis zur Förderung der Zivilgesellschaft) als wesentliches Merkmal des Unternehmenswerts angesehen wird. 

Die Kritiker des CSR-Trends verkünden, diese sei nur eine Fortsetzung des Marketings mit anderen Mitteln. Dahinter steckt, so Dorothee Belz, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, die Auffassung, dass eine Handlung nur dann positiv zu beurteilen sei, wenn sie uneigennützig ist. “Doch diese Nullsummen-Denkweise verkennt … die eigentlichen Mechanismen einer am gesellschaftlichen Werteaustausch orientierten CSR-Arbeit.”

CSR mag ein Buzzword der Wirtschaftspresse und Beraterfirmen sein, richtig verstanden ist sie eine Möglichkeit für Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und Kunden einen konstruktiven Dialog zu führen. Über diesen Kommunikationskanal können Unternehmen herausfinden, was Mitarbeitern und Kunden wichtig ist und ihr soziales Engagement dementsprechend schärfen und verbessern. 

Justizministerium Niedersachsen spendet auf betterplace

Jetzt sind auch schon die Ministerien dabei! Da war Stephan (Breidenbach, Mitgründer von betterplace und, ja, mein Gatte) wirklich überrascht: Nach seinem heutigen Vortrag auf dem Konfliktmanagement Kongress 2008 in Hannover bedankte sich der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann ganz herzlich und erzählte den 300+ Anwesenden, sein Ministerium habe als kleinen Dank an Stephan ein Projekt auf betterplace bespendet: Kickfair-Esperence: Fußball als Völkerverständigung

Super! 

Firefox 3 und die digitale Kluft

Seit gestern kann man den neuen Firefox Web browser herunterladen – eine Mitteilung, die eigentlich nicht in unseren betterplace blog gehört, selbst wenn die Leute von Mozilla versuchen mit den meisten downloads pro Tag ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen (Über 10 Millionen in 24 Stunden). Doch wie Jovan auf culture matters schreibt, liefert die interaktive Firefox 3 Download Weltkarte aufschlussreiche Erkenntnisse über die digitale Kluft, die auch für die Reichweite von betterplace bedeutsam sind.  

Most striking are the grey areas with low downloads which cover most of Africa. Note that the figures are raw numbers of downloads rather than per capita figures, so this skews the impression somewhat.  For example, China seems to be right up there with the best of them but the figure of 160 odd thousand downloads is about the same as Australia, with only about 2% of the population.

The most intriguing detail for me though is the large number of downloads in Iran, the USA’s current enemy number 1; more than downloads in Australia, China, Russia, Canada, Italy or Brazil.  (The map is always evolving, so these facts are only true at the moment of writing.)  What is going on there?  What is the source of this enormous Iranian interest in the premier open source web browser?  Is there widespread hatred of Internet Explorer and Microsoft?  Or does Firefox simply provide excellent Farsi support? 

Ein maßgeblicher Grund für letzte Anomalie könnte – so ein Kommentator – damit zusammenhängen, dass Firefox in einigen Linus-basierten Systemen vorinstalliert ist, bzw. viele Iraner mit Linux arbeiten, nachdem Windows in der Vergangenheit mit Farsi Probleme gehabt hat. Schon echt interessant, was hinter manchen Zahlen steht.

Die Macht der Teenager

Sonntags nahm ich am Konfirmations-Gottesdienst von Anton Kleihues teil. Anton, 15, ist bei betterplace junior aktiv und am Ende des Gottesdienstes stand er auf und verkündete, dass die Kollekte an die Choki Traditional Arts School in Bhutan über betterplace.org gehen würde.

Die Konfirmandengruppe hatte verschiedene soziale Projekte diskutiert und sich dann auf Antons Vorschlag geeinigt, da Anton die Choki School, die unterpriviligierten Kindern in Bhutan eine solide Berufsausbidung ermöglicht, von betterplace junior her kannte und für das Projekt auch schon fundraising gemacht hatte. Insgesamt kamen 1150 Euro zusammen.

Wie betterplace junior, so engagieren sich mehr und mehr Teenager für soziale Projekte. In einem gerade erschienenen Artikel in der New York Times heißt es:

Donating $10 to buy a mosquito net to save an African child frommalaria has become a hip way to show you care, especially for teenagers. … Unusual allies, like the Methodist and Lutheran Churches, theNational Basketball Association and the United Nations Foundation, are stoking the passion for nets that prevent malaria. The annual “American Idol Gives Back” fund-raising television special has donated about $6 million a year for two years. The music channel VH1 made a fund-raising video featuring a pesky man in a mosquito suit.

Part of what has helped the campaign catch on is its sheer simplicity and affordability — $10 buys one net to save a child. Nothing But Nets, the best-known campaign, has raised $20 million from 70,000 individuals, most of it in donations averaging $60.

Fundraising über das Internet ermöglicht es gerade jungen Leuten, die wenig individuelle “Spendkraft” haben, sich untereinander zu vernetzen und so massive kollektive Kräfte zu entwickeln, die einen spürbaren Unterschied machen können. Ich danke Anton für seinen Einsatz!

Voluntäre bei betterplace

Jeden 2. Mittwoch ist bei uns Volunteer-Tag. Letzte Woche trafen Josefina und ich uns mit einigen von ihnen – Reneé, Angela, Ute, Lydia und Sylvia – mal nicht im Büro, sondern bei mir zuhause zu einem späten Frühstück. Zwei Stunden wurde diskutiert und gearbeitet: Reneé präsentierte ihre Ideen zu einem “Party-Baukasten”, der es betterplace Nutzern erleichtern soll ein Projekt zu finden, welches sie auf einem Fest – Taufen, Geburtstagsparties, Verabschiedungen eines Kollegen etc. – bespenden lassen wollen. Lydia bereitete sich auf einen betterplace Abend vor, den sie für polnische Unternehmerinnen organisieren will. Angela erzählte von ihrem Geburtstagstee, bei dem ihre Freundinnen statt Geschenken für Sol y Vida spendeten (Angelas Kinder hatten dafür die Spendenbox gebastelt). Ute kündigte den Besuch eines Berliner betterplace-Projekts an und alle gemeinsam entwickelten tolle Ideen, um einzelne Projekte, mit hohem Potential, auf betterplace gezielt zu unterstützen.

Josefina hat für die Volunteers ein Basecamp gebaut, in dem interessante Projekte, Übersetzungen (deutsch/englisch) und alle möglichen sonstigen Arbeiten abgelegt und durch Volunteers erledigt werden können.

Ich bin begeistert von Eurem Engagement und freue mich auf viele weitere Mittwoche, an denen wir nach und nach betterplace anreichern, erweitern und verbessern werden. Vielen Dank!   

Web 2.0. – das Lagerfeuer unserer Zeit

 

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Auf antropologi.info stieß ich auf The Virtual Campfire.

Nach fünf Jahren teilnehmender Beobachtung auf FacebookMy Space und Tribe.net hat die Kulturanthropologin Jenny Ryan ihre Masterarbeit in Form der schönen Website “The Virtual Campfire” präsentiert. 

Ryan zufolge sind die beliebten sozialen Netzwerke die Lagerfeuer von heute, die der vielbefürchteten Auflösung der öffentlichen Sphäre entgegenwirken. 

Thousands of years ago, our early human ancestors gathered around campfires, creating communal hearths of warmth and light. There they might tell stories, converse about the day’s events, perhaps engage in shamanistic rituals involving plants, music and dance, or simply gaze silently at the flames in collective meditation.

Today, the fireplace in my family’s living room shares its centralizing power with the television, around which we gather with our laptops and cellphones by our sides. Our time spent together is increasingly mediated by new technologies, enabling new forms of storytelling, altering our processes of individual and collective identity formation, and extending the possibilities for creating and maintaining social relationships.

(…)

My central argument in this thesis is that online social networks can potentially serve as both places of the hearth and avenues to the cosmos. Over time, these sites function as personal records of one’s experiences and relationships. These archives are made up of a variety of forms akin to older modes of record keeping, such as address books, journals, diaries, photo albums, personal correspondences, and yearbooks.

Additionally, they serve as gateways to the greater milieu, enabling the circulation of information about the world and granting members the capacity to participate in various ways. For teenagers and marginalized groups, in particular, these sites can be safe spaces for exploring and experimenting with identity, as well as for connecting to new people and ideas.

Also Leute, laßt uns am betterplace-Lagerfeuer wärmen!

Social Design auf Osocio.org

Auf Osocio, der mächtig unterhaltsamen Site, die social advertising und non-profit Kampagnen aus der ganzen Welt präsentiert, wird gerade das Video über Social Design gefeatured, in dem auch betterplace vorkommt.

Wir planen mit dem Team der Social Design Site  im Herbst 2008 die Ausrichtung eines Filmfestivals mit Filmen, die sich im weitesten Sinne mit der Gestaltung von sozialen Beziehungen beschäftigen. Mehr dazu später.

Unternehmen fördern ehrenamtliche Tätigkeit

Die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr unterstützt seit 2005 aktiv das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter

Die Stadtverwaltung Mühlheim a.d. Ruhr unterstützt seit 2005 ihre ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter

 

Immer mehr Firmen unterstützen aktiv das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter – und alle scheinen davon zu profitieren. Hand in Hand  - Corporate Volunteering als Instrument der Organisationsentwicklung in Deutschland lautet eine Studie von brands & values, die untersuchte, inwieweit das Angebot von Unternehmen an Arbeitnehmer, sich in der Arbeitszeit ehrenamtlich zu engagieren, einen positiven Beitrag zur Mitarbeitermotivation, zur Arbeitnehmerloyalität und zur Attraktivität als Arbeitgeber leistet.

 

Basis sind zwei empirische Untersuchungen: zum einen eine Befragung unter 685 Beschäftigten und Bewerbern, zum anderen eine Befragung unter 68 Personalmanagern. Letzere zeigt, dass bisher nur wenige Unternehmen Corporate Volunteering gezielt als strategisches Instrument im Recruitingprozess und für die Personalentwicklung einsetzen. Dem stehen Erfolgsbeispiele international agierender Unternehmen entgegen – portraitiert werden u.a. das Engagement des Handyherstellers Nokia – Helping Hands.

 

Auch Energieversorger RWE vernetzt über das Intranet seine sozial engagierte Kollegen. Die eigene Freiwilligen-Organisation RWE Companius macht ihre Aktivitäten bekannt und fördert 2008 mindestens tausend Projekte mit einem hohen einstelligen Millionenbetrag, so Konzernsprecher Karim Moustafa (zu lesen in einem Artikel in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 26/27.4. 2008).

 

Schon länger unterwegs ist die Initiative „Miteinander im Team“ von Henkel. „Gesellschaftliches Engagement steigert die Attraktivität als Arbeitgeber“, so die dortige Projektleiterin und sei “ein wesentliches Element unserer Unternehmenskultur und CSR-Ausrichtung”

 

Corporate Volunteering schafft multiple Win-Win Situationen: Soziale Einrichtungen profitieren vom Einsatz und Fachwissen der Mitarbeiter. Diese fühlen sich durch die Unterstützung in ihrem Engagement bestärkt. Und da die Freiwilligen gewissermaßen als Botschafter des Unternehmens auftreten, verleihen sie ihm authentische Züge (dies ist insbesondere bei gesichtslosen Großkonzernen wichtig). Immer mehr Verbraucher und selbst Finanzinstitutionen erwarten von Unternehmen zudem soziales Engagement. Und die freiwillige Mitarbeit in soziale Projekten erweitert den Horizont und die Kompetenzen der Mitarbeiter. Zu guter Letzt haben sozial progressive Unternehmen auch noch einen Wettbewerbsvorteil bei der Suche nach guten Mitarbeitern. Von den in der brands&values Studie befragten Jobsuchenden, beteuerten 71% das sie gerne bei einem gemeinnützigen Projekt des Arbeitgebers mitarbeiten würden.

Birma verhaftet berühmten Komiker wegen Hilfsaktion

Donnerstag abend hat die birmesische Regierung den beliebtesten Komiker des Landes, Maung Thura, alias Zarganar (”Pinzette”) festgenommen, weil er ohne Genehmigung den Überlebenden im Katastrophengebiet im Delta half. Er hatte 400 Künstler, Aktivisten und Freunde organisiert und war mit ihnen in den Süden Birmas gefahren um Reissäcke, Decken, Kochtöpfe und Wasser zu verteilen. Auf Video nahm er seine Aktionen auf. Sie zeigen verwüstete Küstenstreifen, aufgeschwemmte Leichen im Wasser und viele hungrige Menschen. Nicht auf den Bildern sieht man Regierungsvertreter oder andere Hilfsorganisationen – man geht davon aus, dass bislang gerade mal 25% der betroffenen Bevölkerung von Hilfsmaßnahmen erfaßt worden sind. 

Unverständlich, wie sich in einer solchen Situation jemand wie Alice Schwarzer, “vielfache Besucherin Birmas”, mit den Generälen solidarisieren kann und in einem Artikel in der FAZ dieser Woche “strikt gegen eine westliche Intervention” ausspricht. Sie verstünde die Generäle, die dem – ironisch formulierten - „Großmut und dem Pflichtgefühl der internationalen Gemeinschaft“, misstrauen und sich einer politischen Instrumentalisierung der humanitären Hilfe verweigern. 



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