Archiv für June, 2009

Fliegende Flaschenpost im Westin Grand

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Mittwoch abend war ich auf dem Sommerfest des Westin Grand. Das Luxushotel an der Friedrichstraße ist eines der Unternehmen, die betterplace.org für ihr soziales Engagement nutzen. In diesem Fall war das Hotel interessiert ein Berliner Projekt zu unterstützen und ich habe mich sehr gefreut, dass wir es mit einem sehr engagierten Kinder- und Jugendbildungszentrum – der Gelben Villa in Kreuzberg – zusammenbringen konnten.

Die Gelbe Villa

Renée, die für betterplace interessante Organisationen scoutet und für die Plattform akquiriert, hatte mir schon vor vielen Monaten begeistert von den kostenfreien Workshops und dem Kinderrestaurant in der Gelben Villa erzählt, in der Kinder und Jugendliche aus sehr stark gemischten sozialen Mileus kreativ auf vielfältige Weise lernen und ihr Selbstbewusstsein aufbauen können. Vor kurzem war ich selbst vor Ort gewesen und hatte mir das breit gefächerte Angebot – von der schönen Schreinerwerkstatt über den Entspannungsraum bis hin zur Milchbar und den Computerzimmern – angesehen.

Die Grundfinanzierung der gelben Villa wird getragen von der Jovita Kinder- und Jugendstiftung, die 2002 von Kunden des Bankhauses Warburg gegründet wurde. Doch die Nachfrage nach den Workshops ist so groß, dass weitere finanzielle Unterstützung erforderlich ist – zum Beispiel durch Unternehmen wie das Westin Grand.

Für das Sommerfest schloß sich das Westin Grand der betterplace Idee, dass jeder auch mit überschaubaren Beiträgen einen sichtbaren Unterschied auf dieser Welt machen kann, an: Geschäftsführer Rainer Bangert lud seine an die Hundert Gäste ein, sich ebenfalls für die Gelbe Villa zu engagieren.

Fliegende Flaschenpost

Gegen eine Spende von 5 Euro konnten sie einen Luftballon erwerben – 5 Euro, die zu 100% an die Gelbe Villa gehen. Kurz nach 21:00 (da sich die Schnüre durch den Wind verheddert hatten, mussten wir alle erstmal beim Entwirren helfen. Eine Aktion, die für das gegenseitige Kennenlernen der Gäste durchaus hilfreich war) wurden über Hundert heliumgefüllte Ballons von den Gästen in den strahlendblauen Himmel geschickt. Ein total schönes Bild!

Die Ballons funktionierten wie eine fliegende Flaschenpost. Die Spender konnten sich mit einem Code auf der betterplace Seite des Westin Grand einloggen und dem Finder einen Gruß im Internet hinterlassen. Mit etwas Glück werden sie so herausfinden, wer den Ballon, wo gefunden hat. Denn am Ballon befindet sich ebenfalls eine Karte mit einem Code und wenn der Finder diese eingibt, erhält er den Gruß des Westin Gasts und kann ihn beantworten. Und im Idealfall spendet er auch noch etwas für die Gelbe Villa.

Es war eine gelungene Aktion, mit der bislang über 500 Euro für die Gelbe Villa zusammenkamen. Über die Unternehmensseite des Grand Westin auf betterplace können nun alle die Aktion weiter mitverfolgen und sehen, wofür die Gelbe Villa die Beträge konkret verwendet.

Cinema Jenin – eine Podiumsdiskussion in der HVSG

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Diese Woche hatten wir eine weitere  Veranstaltung für Cinema Jenin, diesmal in Kooperation mit der Deutsch Arabischen Freundschaftsgesellschaft. In den schönen Räumen der Humboldt Viadrina School of Governance wurden die Gäste von  HVSG Mitgründerin Gesine Schwan und  Dietrich Wildung, Direktor der Ägyptischen Sammlungen Berlin, begrüßt. Nach einem 20 minütigen Zusammenschnitt des Dokumentarfilms Das Herz von Jenin diskutierten Regisseur Marcus Vetter, Martin Kobler (Leiter Kommunikation und Kultur im Auswärtigen Amt) und ich für betterplace.org mit Sawsan Chebli von der DAFG das Thema des Abends “How can culture contribute to peace?”. 

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Es war ein stimulierender und sehr schöner Abend – vielen Dank allen Mitwirkenden von der DAFG, betterplace.org und der HVSG – vor allem auch Sawsan Chebli, Susanne Weiß, Isabel Wolf, Renate Maifarth und Josefina Petrus.

Weitersagen!

“betterplace.org? Nie gehört – War da nicht mal sowas von Michael Jackson?”

Diese Kommentare wollen wir am liebsten aussterben lassen. Damit Jacko künftig nur noch die Nummer zwei der Assoziationskette hinter dem Begriff “betterplace” einnimmt, haben wir unsere “Weitersagen!-Seite” generalüberholt. Darauf haben wir kompakt und übersichtlich aufgelistet, was wir alle tun können, um betterplace.org bekannter zu machen. Denn die beste Idee bringt schließlich nichts, wenn niemand von ihr erfährt.

Nach und nach wird sich die Weitersagen!-Seite mit noch mehr Inhalten füllen. Regelmäßige Visite können wir also nur empfehlen. Wir brüten ständig über guten und neuen Ideen, wie wir betterplace.org verbreiten können. Wenn auch ihr eine habt, immer her damit!

2.6. Präsentation bei betterplace.org

 

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Noa Lerner und Holger Schmitz präsentieren den aktuellen Stand unseres Sanitärprojekts für den Bottom of Pyramid Markt – ein Jahr nachdem wir das Projekt ins Leben gerufen haben.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu uns ins betterplace Büro zu kommen. Sagt uns vorher einfach nur hier im blog (Kommentar) Bescheid.

Zauberwort: Transparenz

Seitdem wir Anfang des Jahres mit einer gezielten Akquise von Organisationen angefangen haben, deren Projekte wir – neben den vielen unterschiedlichen Projekten, die sich von selbst auf betterplace einstellen – auf der Plattform vertreten sehen wollen, habe ich mit vielen Machern kleiner und mittelgroßer Initiativen, ebenso wie mit zahlreichen Fundraisern großer Organisationen gesprochen.

Dabei ist es mir wichtig herauszufinden, wie die Schnittstelle zwischen den Organisationen unterschiedlicher Größe und betterplace.org verbessert werden kann. Denn wir möchten, dass möglichst viele Organisationen unsere kostenlose Plattform nutzen und dadurch u.a. ihre Fundraisingkosten senken können. Geringere Fundraisingkosten bedeuten, dass mehr Geld dahin kommt, wo es eigentlich hin soll: zum Projekt.

Projekte und Bedarfe – eine Scheinwelt?

Auf betterplace.org tragen Unterstützer nicht zu den Globalbudgets von Organisationen bei, sondern beteiligen sich an konkreten Projekten, die wiederum in spezifische Bedarfe heruntergebrochen werden müssen. Zudem werden Projektverantwortliche aufgefordert Spender über die Projektrealisierung in regelmäßigen Abständen auf dem laufenden zu halten.

Diese Vorgehendweise stößt mitunter auf Widerstand. „So arbeiten wir nicht“, heißt es dann. „Wir sammeln in unserem Deutschland-Büro Gelder ein und geben die an die Zentrale weiter. Wir selbst hören nur einmal im Jahr, was in dem Projekt, für die sie bestimmt waren, geschehen ist.“ Andere weisen darauf hin, dass die Budgets so groß sind, dass über die Einzelverwendung von Geldern, die über betterplace zusammen gekommen sind, gar keine Rechenschaft möglich ist.

Da stellt sich die Frage, ob wir mit unseren Forderungen nach Projekt- und Bedarfsgenauem Feedback nicht eine Scheinwelt aufbauen, weil sie der Arbeitsweisen der Hilfsorganisationen widerspricht und sie unseren Anforderungen nicht gerecht werden können.

Für sehr viele, der auf betterplace vertretenen Initiativen ist dies kein Problem: eine kleine Grassroots-Initiative wie das Cecil Kids Center in Mombasa operiert völlig anders als z.B. die SOS Kinderdörfer  (hier das in Mombasa) mit Millionenbudget und zig Tausenden von Mitarbeitern.

Erstere hat keine anderen Geldquellen außerhalb von betterplace und kann bei dem bescheidenen benötigten Finanzvolumen punktgenau angeben, was für den Bau von 2 Latrinen oder die Renovierung der Klassenzimmer an Material und Arbeitslohn benötigt wird. Sobald die Gelder zusammen kommen, wird mit der Arbeit begonnen und nach ein paar Wochen werden die Spender von der Projektverantwortlichen, die direkt vor Ort ist, mit Photos und blogposts von der gelungenen Renovierung informiert.

Eine große NGO hingegen hat viele verschiedene Finanzquellen. Die Fundraiser, die das Projekt auf betterplace vertreten, sind meist tausende von Kilometern vom Feld entfernt und bekommen oft selbst nur in großen Abständen etwas von der Projektrealisierung mit.

Paßt die betterplace Architektur deshalb nur für kleine Grassroots-Initiativen?

Ist sie im Falle der großen Hilfsorganisationen nur ein Marketinggag der Spendern den Euro aus der Tasche ziehen will, indem konkret zu bespendende Gegenstände und Leistungen die Identifikation leichter machen?

Ich denke nein. Denn auch ein riesiges Vorhaben mit einem großen Budget weiß, welche Einzelbedarfe es zur Durchführung braucht und wie viel diese kosten. Und auch eine große Organisation kann nach Abschluß des Projekts sagen und zeigen, was geschafft worden ist. (Und einige machen das auch wunderbar.)

Natürlich darf man sich das als Spender nicht so vorstellen, dass mit genau den 50 Euro, die  ich jetzt gerade für ein Fenster in einem Waisenhaus überwiesen habe, am anderen Ende der Welt ein Fenster gekauft und eingebaut wird. Aber ich kann erwarten, dass ich nach Projektabschluss ein Foto des Waisenhauses sehe, in dem Fenster eingebaut sind.

Der Unterschied, den Spender machen, muss (soweit möglich) sichtbar gemacht werden.

Genau darum geht es uns: Spender haben ein Anrecht darauf zu erfahren, was mit ihrem Geld gemacht wird. Sie spenden Geld um einen Unterschied in der Welt zu machen. Diesen Unterschied müssen sie auch sehen können. Das dass nicht immer möglich ist, und eine Reihe von Maßnahmen zur Armutsbekämpfung keine schnellen Resultate zeugen und auch unsichtbar seien können – wie dokumentiert man gewachsenes Selbstbewusstsein? – ist selbstverständlich. Dennoch lassen sich in vielen Fällen konkrete Beweise erbringen. Wenn eine Schule gebaut werden soll und Stipendien für Schüler vergeben werden, dann kann das dokumentiert und gemessen werden.

Zu viele gut gemeinte Hilfsprojekte scheitern. Ich selbst habe letzten Monat auf meiner Reise durch Usbekistan von zig großen Vorhaben gehört, die in den 1990er Jahren von der EBRD (European Bank for Reconstruction and Development) finanziert worden waren und von denen NICHTS realisiert wurde, da die Gelder in die Taschen korrupter Politiker und Geschäftsletute gingen.

Transparenz und Kommunikation bekämpfen Korruption 

Transparenz öffnet die Blackbox „Hilfe“ und stellt Korruption ein Bein. Wenn eine Organisation in Kambodscha auflistet, was Zement, Steine, Türen und Fenster für ein neues Internetcafe kosten sollen und dafür Spendengelder entgegennimmt, dann können andere Menschen auf der Plattform, die in Kambodscha leben oder sich dort auskennen, kritisch anmerken, wenn es sich dabei um Phantasiesummen handelt.

Transparenz ist oft auch nur eine Frage der Kommunikation: Es geht nicht darum sklavisch an einmal veröffentlichten Bedarfen festzuhalten, nachdem sie sich als unpraktisch herausgestellt haben. Wichtig ist, wie man damit umgeht.

Einer unser Projektverantwortlichen, Marcus Vetter vom Cinema Jenin, erzählte mir jüngst, dass er – nachdem über betterplace Gelder für die ersten Dutzend Kinostühle zusammengekommen waren – diese nicht im Ganzen renovieren lassen könnte. Er würde mit den ersten Geldern Stoff für alle 500 Stühle kaufen, denn das sei natürlich viel billiger, als wenn er den Stoff Dutzendweise kaufen würde. Die restlichen Arbeiten an den Stühlen würden dann mit später dazu kommenden Gelder finanziert. Ich denke es ist den meisten von uns Spendern ziemlich egal, in welcher Reihenfolge die anvisierten Arbeiten vor sich gehen. Wahrscheinlich lernt Marcus mit der Zeit, wie er auf betterplace Bedarfe möglichst klein, aber dennoch realistisch aufgliedert. Was aber wirklich zählt ist, ob die Kinostühle am Ende renoviert sind, oder nicht. 

*****Die Weisheit der Vielen und so gut sind Bauchentscheidungen

Yvonne vom Projekteteam bekommt des Öfteren die Frage gestellt, was es denn mit den 5 Sternen auf der Profilseite eines jeden Projekts auf sich hat.

Online Bewertungssysteme begegnen uns im Netz an vielen Orten – auf amazon bewertet man Bücher, ebenso wie deren Rezensionen. Auf Tripadvisor  oder smart-travelling.net vergeben Reisende Sterne von 1-5 an Cafes, Restaurants, Restaurants und Geschäfte.

Jeder kann jedes Projekt bewerten
Genau diesen Mechanismus verwenden wir auch: Jeder kann auf betterplace jedes Projekt bewerten, indem er auf der entsprechenden Projektprofilseite auf einen der fünf Sterne klicken – und damit seinem spontanen Eindruck über die Sinn und Glaubwürdigkeit des Projekts Ausdruck verleihen:

ein Stern bedeutet „Bloß nicht unterstützen!“
zwei Sterne – „Uninteressant”
drei Sterne – „Mal beobachten“
vier Sterne – „Unterstützt das!“
fünf Sterne – „Das ist wahre Verbesserung“

Die Bewertungen sind nicht in Stein gemeißelt. Je nachdem, wie der Projektverantwortliche über sein Projekt kommuniziert und was sich im Projekt tut, können Nutzer ihr einmal gefälltes Urteil ändern.

(mehr dazu in unseren FAQs)

Auf welcher Basis kommen Bewertungen zustande?
Nun, manche Nutzer treffen einfach eine intuitive Bauchentscheidung, nachdem sie einen kurzen Blick auf das Projekt und den Projektverantwortlichen geworfen haben. Andere beschäftigen sich mit der Thematik ausführlicher: sie schauen ob die blogposts des Projektverantwortlichen glaubwürdig sind und lesen die Statements der Fürsprecher und Besucher. Vielleicht kennen sie sich auch selbst gut in der Region oder der Thematik aus. Wieder andere sind ganz nah an einem Projekt dran und können es aus erster Hand bewerten: da sie Mitarbeiter der Organisation oder Nutznießer der vorgenommenen Maßnahme sind.

Diese Art von Bewertungen durch eine sehr heterogene Community mag manchem seltsam und unglaubwürdig erscheinen.

Doch in jüngster Zeit weisen eine Vielzahl von Studien darauf hin, dass Entscheidungen, die von einer großen Masse von Menschen getroffen werden (unter bestimmten Umständen: wenn die Masse heterogen ist und möglichst unabhängig von einander bewertet) mindestens genauso aussagekräftig sind, wie die von Experten.

Die Weisheit der Vielen
In diese Richtung argumentiert zum Beispiel der New Yorker Finanzjournalist James Surowiecki in seinem 2004 publizierten Buch Die Weisheit der Vielen. Warum Gruppen klüger sind als Einzelne (The Wisdom of the Crowds).

Das Buch beginnt mit dem Wissenschaftler Sir Francis Galtons Besuch auf einer Vieh-Ausstellung im ländlichen England im Jahre 1906. Im Rahmen eines Gewinnspiels sollten die Marktbesucher das Schlachtgewicht eines Rindes genau schätzten. Galton ging es eigentlich darum zu beweisen, dass die Masse dumm ist – und er war sehr überrascht, als die Schätzungen der Gruppe (bestehend aus rund 800 Menschen), ziemlich genau mit dem tatsächlichen Gewicht des Rindviehs übereinstimmte, während die Experten, darunter manche Metzger, viel schlechter abschnitten.

Anhand von vielen anderen Beispielen argumentiert Surowiecki, dass die Masse mit ihre Schätzungen immer besser liegt als der Einzelne.

Bauchentscheidungen
In eine sehr ähnliche Richtung weist ein zweites Buch auf meinem Nachtisch: Gerd Gigerenzers Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition

Gigerenzer,  der international meistzitierte Psychologe im deutschsprachigem Raum, arbeitet über begrenzte Rationalität und Heuristiken, d.h., wie man rationale Entscheidungen treffen kann, wenn Zeit und Information begrenzt und die Zukunft unsicher ist.

Im Gegensatz zu den meisten Beratern und Experten, die propagieren, dass man bei Entscheidungsfindungen möglichst analytisch vorgehen und Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen müsse, geht er davon aus, dass menschliche Intelligenz nicht wie eine Rechenmaschine funktioniert, sondern Logik nur eines von vielen Werkzeugen der Intelligenz sei. Ebenso wichtig, in manchen Fällen sogar viel wichtiger, sei Intuition. Sein Buch ist denn auch eine unterhaltsame Sammlung von Beispielen für Bauchentscheidungen – Fälle aus der Justiz ebenso wie dem Aktienhandel, in denen Menschen ihre guten Entscheidungen nicht auf eine große Anzahl von Kriterien stützen, sondern ein einzelnes Entscheidungskriterium haben. Und oftmals, so sein Fazit, sind intuitive Entscheidungen, die auf wenigen Informationen beruhen, nicht nur ökonomischer und schneller, sondern oftmals auch einfach besser als vernunftsbegründete Entscheidungen.

Auf Grund der Thesen von „Die Weisheit der Vielen“ und „Bauchentscheidungen“ spricht einiges dafür, dass ein einfaches Bewertungssystem wie die 5 Sterne auf jeder betterplace Projektseite unter bestimmten Bedingungen – u.a. kritische Masse an Voten, heterogene Bewerter, die möglichst unabhängig voneinander ein Urteil fällen – einen realistischen Eindruck von der Qualität eines Projekts vermitteln kann.

Allerdings sehen wir uns damit ganz am Anfang. Die 5 Sterne sind quasi die Version 1.0 und wir arbeiten an einem differenzierteren System, in welches die Bewertungen unterschiedlicher Nutzergruppen (Spender, Nutznießer der Projekte und andere Stakeholder) einfließen, welches aber dennoch auf einen Blick zeigt, wie das Projekt von der Gemeinschaft bewertet wurde. 

Zudem sind wir mit einem Team von Gerd Gigerenzer, der Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin ist, dabei, zu erforschen, wie Entscheidungen auf betterplace.org getroffen werden und welche Kriterien für den Spendenerfolg eines Projekts ausschlaggebend sind. Wir sind gespannt auf die Erkenntnisse und freuen uns sie in ein paar Monaten mit der betterplace community und natürlich auch mit unseren Mitstreitern von anderen Online Giving Markets zu teilen.

Kinderschutz im Grenzgebiet

Am 2. Juni 1975 besetzten über 100 Prostituierte eine Kirche in Lyon/Frankreich. Erfolgreich verschafften sie sich so Aufmerksamkeit für ein Thema, dem vor 34 Jahren noch weniger Aufmerksamkeit zukam, als heute: der Kampf von Prostituierten gegen Gewalt und Ausbeutung. Hilfsorganisationen erklärten das heutige Datum daraufhin zum “Internationalen Hurentag”.

Im Länderdreieck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien kämpft KARO e.V. gegen Zwangsprostitution, sexuelle Ausbeutung von Kindern, und den grenzüberschreitenden Menschenhandel. Der Verein betreibt ein Kinder- und Frauenschutzhaus in Plauen und leistet Sozialarbeit in Prostitutions- und Drogenszenen. Mit Hilfe der User auf betterplace.org konnte KARO bereits ein erfolgreiches Präventionsprogramm auf den Weg bringen. Für das Begegnungszentrum fehlt nun noch etwas Kinderspielzeug.

Seit dem vergangenen Weihnachtsfest betreibt KARO e.v. außerdem in Plauen eine Babyklappe für Mütter in Not. Sie dient als Erste-Hilfe-Stelle, um ungewollte Kinder vor Tötung, Aussetzung oder Missbrauch zu schützen. Die Babyklappe soll nun noch mit einem Wärmebettchen ausgestattet werden.  Jede Hilfe zählt!



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