Archiv für September, 2009

Vision Summit 2009

Am 08. November findet der VISION SUMMIT 2009 statt, bei dem betterplace Co-Veranstalter ist – und Sie sind eingeladen.
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Es geht dort um “Social Business” – einen Impuls, im dem führende Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger die aussichtsreichste Chance auf ein neues, stabiles Weltwirtschaftswunder erkennen. Anderen gilt derselbe Impuls als die größte Chance auf die endgültige Überwindung der globalen Armut und als neues, kraftvolles Instrument für eine globale Ökowende.

“Social Business” denkt Wirtschaft völlig neu: als Dienst an der Gesellschaft. Dadurch wird Wirtschaft zum aktiven Problemlöser. Wie sensationell dies sozial, ökologisch und wirtschaftlich funktioniert, hat dessen Impulsgeber, der Sozialunternehmer und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, nachdrücklich unter Beweis gestellt:

Seine Kleinkreditidee hat bis heute ein “Weltwirtschaftswunder von unten” für nicht weniger als 600 Millionen Menschen ausgelöst und sie damit in die Weltwirtschaft integriert.
Seine Einladung an die Weltwirtschaft und Weltkonzerne zur gemeinsamen Lösung der drängendsten globalen sozialen Problemen mit unternehmerischen Mitteln hat Intel, Danone, BASF und viele weitere dazu geführt, plötzlich radikal neue Geschäftsmodelle zu entwickeln – Produkte und Dienstleistungen, die ihnen gesunde und bezahlbare Ernährung ermöglichen, Zugang zu bezahlbarer nachhaltiger Energie sowie Zugang zum Weltwissen via Internet.
Sein Heimatland Bangladesch zählt durch ein einziges dieser neuen Social Businesses, Grameen Shakti, heute bereits die meisten Solardächer in der Welt, immerhin 250.000.
Seine Einladung an die Politiker wie an die engagierten zivilgesellschaftlichen Organisationen, über völlig neue Lösungen sozialer Herausforderungen auch in den reichen Ländern nachzudenken, hat auch in Europa und Nordamerika zu einer schnell wachsenden gesellschaftlichen Bewegung und einem Aufblühen von Social Business Initiativen geführt.

Der VISION SUMMIT 2009 findet am 8. November, dem Vortag des Berliner Mauerfall-Jahrestages, in Berlin statt. Neben Muhammad Yunus und fast der gesamten Führungsebene seiner inzwischen mehr als 20 Sozialunternehmen nehmen weitere 50 Referenten aus aller Welt teil, von Spitzen der Wirtschaft über Leiter weltweiter Nichtregierungsorganisationen bis zu erfolgreichen Praktikern. Der VISION SUMMIT 2009 verfolgt dabei folgende Ziele:

- Die immensen Chancen der höchst lebendigen Social-Busines-Bewegung für Unternehmen, staatliche und zivile Organisationen und Stiftungen und insbesondere auch für engagierte Bürger unmittelbar erlebbar machen.
- Jedem Teilnehmer “seinen” praktischen beruflichen oder privaten Einstieg in die Arbeit mit dem Social-Business-Ansatz eröffnen.
- Ein starkes Netzwerk etablieren im Spektrum von sozialem Engagement bzw. CSR-Engagement bis zur Innovationsqualität von Social Business.

Vom 4.-9. November 2009 finden in Berlin neben dem VISION SUMMIT noch neun weitere so genannte VISION DAYS statt, die den Social-Business-Impuls jeweils für unterschiedliche Zielgruppen vertiefen – für Umweltengagierte über Repräsentanten aus der Wirtschaft bis zu Gründungswillige.

Alle weiteren Informationen sowie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter http://www.visionsummit.org/.

Geldübergabe auf der dmexco

Letzten Mittwoch war es soweit: Die beiden Vorstände Werner Kubitscheck und Bernd Stieber von der Online-Marketing Agentur Zieltraffic trafen pünktlich um 9:15 Uhr zur Eröffnung der dmexco in Köln ein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Messeteilnehmern kamen sie jedoch nicht gerade aus dem Hotel oder vom Flughafen: Sie sind mit ihrem Team die komplette Strecke von München nach Köln gelaufen und haben die Nacht mehr oder weniger durchgemacht bzw. sich kurz im begleitenden Wohnmobil ausgeruht, wenn die Kollegen gerade eine Etappe gelaufen sind. Mit der Aktion wurden über 10.000 Euro an Spenden gesammelt (wir berichteten), die über betterplace.org an das Projekt *stars of tomorrow weitergeleitet werden. Nach dem Einlaufen auf der Messe wurde nach einer kurzen Verschnaufpause der symbolische Scheck von den beiden Zieltraffic-Vorständen an Heribert Scharrenbroich, den Vorsitzenden von Care Deutschland, übergeben. Zuvor gab es noch eine kurze Pressekonferenz mit Interviews zu der Aktion, bei der auch wir von betterplace.org gerne dabei waren. Natürlich wurde alles auf Video festgehalten:

Wir finden übrigens: Eine Aktion, die man gerne als Vorbild für eigene Unternehmensaktivitäten nehmen kann. Neben der medialen Aufmerksamkeit ist so ein Lauf mit Sicherheit auch eine hervorragende Teambuilding-Aktivität…

Konkrete Spende – schlechte Hilfe?

In den letzten Wochen habe ich mehrmals Gespräche darüber geführt, ob die konkreten Bedarfe, die bei betterplace gespendet werden oder die in unseren Weihnachtsaktionen von Unternehmen übernommen werden, nicht eine falsche Sicht auf die Arbeit von Nichtregierungs- und Entwicklungshilfeorganisationen fördern. Ja, auf betterplace kann man sehr konkret 1 Gitarre oder 1 Schuluniform spenden. Und dabei mag es manchem Spender nicht in den Sinn kommen, dass auch die Institution, die die Spenden entgegen nimmt, finanziert werden muss. Auf einer Roundtable Veranstaltung der Kommunikationschefs einiger großer deutscher Hilfsorganisationen wurde mir zu Denken gegeben, dass konkrete Einzelspenden für die Entwicklungshilfe der 1960er und 1970er Jahre charakteristisch gewesen sei, heute die NGOs ihre Spender aber dahingehend informieren würden, dass Organisationen an sich, um gute Arbeit zu leisten solide finanziert werden müßten.

Plädoyer für konkrete Bedarfe
Partiell stimme ich dieser Argumentation zu. Ja, Projektarbeit kann nur gut durchgeführt werden, wenn stabile Institutionen dahinter stecken. Dennoch muss man hier sehr differenzieren. Nachdem ich vor einiger Zeit schon mal eine Lanze für unsere Bedarfe gebrochen habe (Zauberwort: Transparenz), da sie eine Kultur der Rechenschaft fördern, hier ein weiteres Plädoyer für konkrete Bedarfe.

1. Konkrete Bedarfe müssen sich nicht auf greifbare Sachspenden beschränken.
Jeder Organisation oder Initiative auf betterplace ist es überlassen, was sie als Bedarfe einstellen. Manche sind sehr konkret und veröffentlichen einfache, nachvollziehbare Bedarfe – die eine Schuluniform, die eine Nähmaschine – die wie einzelne Geschenke unterm Weihnachtsbaum präsentiert werden könnten. Oft ist das völlig gerechtfertigt, da es sich um sehr kleine Grassroots-Initiativen handelt, bei denen wirklich der eine Tisch oder Stuhl benötigt wird. Größere Organisationen haben dagegen die Möglichkeit ihre Bedarfe auch abstrakter darzustellen, z.B. als Ausbildungspauschale (hier für das muslimische Seelsorgetelefon in Berlin).

2. Auch Bedarfe, die unsexy sind, werden bespendet
Ja, wahrscheinlich werden die meisten Menschen eher ein Kuscheltier bespenden, als eine Elektrizitätsrechnung, aber es gibt auch genügend Spender, die wissen, dass Büroausstattung und Infrastruktur extrem wichtig sind und die diese deshalb bespenden. Deshalb stellen auch viele Organisationen solche Bedarfe auf unserer Plattform ein.

Erstaunliche Experimente – Lieber ein Kind retten, als acht.
Eines ist klar: Individuelle Geschichten und konkrete Bedarfe kommen beim Spender gut. Dazu gibt es viele Experimente: In einem davon wurde einen Menschen in Gruppen aufgeteilt, die um verschiedenes gebeten wurden:

- Spenden Sie  5 US$ um den Hunger in der Welt zu beseitigen.
- Spenden Sie  5 US$ an Rokia, ein siebenjähriges Mädchen in Mali.
- Spenden Sie 5 US$ an 21 Millionen Afrikaner um Hunger zu lindern.
- Spenden Sie 5 US $ an Rokia, ein Schicksal, dass symptomatisch für den globalen Hunger ist (hier wurden einige Statistiken gezeigt)

Wesentlich mehr Menschen waren bereit Geld für ein einziges Mädchen auszugeben, als für die anderen Optionen und selbst in dem letzten Fall (wo ebenfalls das eine Mädchen das Geld erhalten sollte) verweigerten sich viele, da die Schilderung des größeren Zusammenhangs in dem Hunger auftritt, abschreckend wirkte.

Ebenso erstaunlich ist ein anderes Experiment: Hier wurden Menschen gefragt, ob sie 300.000 US dafür verwenden würden 1 Kinderleben zu retten, oder 8. Zweimal so viele Menschen sprachen sich dafür aus mit dem Geld nur ein Leben zu retten, als acht!

Sozialpsychologen, so schreiben Nicholas Kristof und Sheryl WuDunn in ihrem gerade erschienen Buch Half The Sky (mehr dazu bald), erklären dieses Verhalten damit, dass unser Bewußtsein und ethischen Instinkte auf individuelle Geschichten anspringen und diesbezügliche Entscheidungen in einem Teil des Gehirns gefällt werden, der von dem für Rationalität und Logik getrennt ist. Dies kann man soweit experimentell nachvollziehen, als das Untersuchspersonen, die aufgefordert wurden, sich mit Mathematik zu beschäftigen, im Anschluss signifikant weniger spendeten.

Was folgt daraus?
3. Es ist Aufgabe von Organisationen und einer Plattform wie betterplace, Spender zu informieren, was für gute Projektarbeit notwendig ist und sie in ihrem individuellen Weg die Welt zu verbessern, zu begleiten.

Ich sehe es als unsere Aufgabe bei betterplace an, Unterstützer darüber zu informieren, welche Art von Hilfe wie nachhaltig wirkt. Vor diesem Hintergrund finde ich es völlig legitim, wenn eine Spenderin bei einem ersten Spendenvorgang einer Organisationen einen Sandsack zum Boxen spendet. Ich wünsche mir, dass die Projektverantwortlichen, ebenso wie wir von betterplace, uns aber ebenso um ein Verständnis davon bemühen, was für gelungene Projektarbeit notwendig ist.

Bei Firmen haben wir da einige Beispiele. Zu unserer letzten Weihnachtsaktion 2008 spendeten eine Reihe von Unternehmen Kindern in deutschen Heimen konkrete Weihnachtsgeschenke. Das erfreut die Kinder, ist aber aus Sicht der involvierten Pädagogen und Organisationen keine nachhaltige Hilfe. Deshalb bemühen wir uns unsere Unternehmenspartner dafür zu gewinnen, sich noch aktiver einzubringen, z.B. indem Mitarbeiter ehrenamtlich im Kinderheim mitarbeiten und so langsam eine Beziehung aufgebaut wird, die in einen differenzierteren Dialog über die Bedürfnisse der sozialen Arbeit mündet.

Vom punktgenauen Helfen übers Skalieren bis zur Ursachenbekämpfung
Burkhard Gnärig, GF des Berlin Civil Society Centers, zeichnet eine parallele Laufbahn für viele Philanthropen auf: er beschreibt in Wie finde ich die Organisation, die ich unterstützen möchte?, dass viele Spender am Anfang ihres aktiven sozialen Engagements gerne konkrete Projekte bespenden, die sie besuchen können und in der ihr individueller Beitrag spürbar ist. Mit der Zeit sehen viele, dass es effektiver sein kann, ganze Programme zu unterstützen, da Einzelprojekte wesentlich schwieriger Anerkennung finden und um Sektor nicht als richtungsweisend wahrgenommen werden. In einem weiteren Schritt möchten sie eventuell sogar das allgemeine Umfeld, in dem das zu beseitigende Problem liegt, langfristig beeinflussen und unterstützen Lobby- und Kampagnenarbeit, z.B. im Bereich von Gesetzesänderungen oder den Umweltpraktiken großer Konzerne.

Ich sehe betterplace.org als eine Plattform an, auf der jeder Unterstützer seine Organisation und sein Projekt finden kann – egal ob es sich um ein konkretes Projekt wie die Choki Art School in Bhutan handelt, ein umfassenderes Programm wie die Barefoot Colleges oder Lobbyarbeit wie die von Wadinet gegen Genitalverstümmelung im Irak. Alle diese Ansätze können Unterstützung verdienen  - und ich finde es spannend Spender darin zu begleiten, dass sie immer besser wissen, wieso sie welchen Hebel wählen.

Projekte, die Tourismus und nachhaltige Entwicklung verbinden, gesucht

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“Jause” in einem kommunalen Tourismusprojekt im Pamirgebirge, Kirgistan

Tourismus, Umweltschutz, Armutsreduzierung und Pflege des Kulturerbes müssen keine Gegensätze sein, sondern können sich sogar ergänzen. Der Deutsche ReiseVerband e.V. sucht Tourismusprojekte, die umweltschonend arbeiten und so in lokale Gemeinschaften integriert sind, dass diese wirklich davon profitieren. Kennen Sie solche Projekte oder betreiben Sie selbst eines? Dann bewerben Sie sich doch auf die internationale Auszeichnung “Ecotrophea”, die seit 1987 vom Deutschen ReiseVerband vergeben wird.

Hier geht es zur Ausschreibung

Auch wir bei betterplace.org freuen uns über Tourismusprojekte, die lokale Gemeinschaften ermächtigen und ihnen Einkommen verschaffen, so wie dieses hier auf Sansibar.

Deshalb: Stellen Sie sie auf der Plattform ein, denn viele betterplacianer wollen auch in ihrem Urlaub die Welt ein Stück nach vorne bringen und interessieren sich für diese Projekte als Besucher oder Spender. Sobald wir eine Reihe von guten Tourismusprojekten haben, stellen wir diese auch gerne in unseren Blogs und Newslettern der ganzen betterplace.org Gemeinschaft gezielt vor.

Adieu im Projekteteam

In den letzten Wochen haben sich zwei unserer engagiertesten Mitbewegerinnen von uns verabschiedet, die fast von Anfang an pro bono für betterplace im Einsatz waren.

Renée Fetscher war seit Herbst 2007 mit dabei und für die wöchentlich wechselnden “Empfohlenen Projekte” auf der Plattform zuständig (s. hierzu auch Was ist ein empfehlenswertes Projekt?). Wann immer ich gefragt wurde “Welches Projekt kannst Du empfehlen?”, sei es für die Presse, Online Kooperationen oder unsere Unternehmenspartner, gab ich die Frage einfach an Reneé weiter, die gemeinsam mit Yvonne die beste Übersicht über unseren Bestand hatte. Reneé dachte dann kurz nach und antworte: “Da gibt es doch dieses Projekt von xy, die sind sehr engagiert und haben in den letzten Wochen schön detailliert ihre Arbeit beschrieben …”.

Reneé holte auch Organisationen und Initiativen, die ihr imponierten, auf die Plattform und wir haben viele gute Projekte ihrer Begeisterungsfähigkeit und Hartnäckigkeit zu verdanken. Aber auch unsere betterplace Weihnachtsaktionen 2007 und 2008 wären ohne Reneés Engagement und Einfallsreichtum nicht durchführbar gewesen. Oder hätte irgendjemand anders so energiegeladen mit betterplace junior Tausende von fair trade Schokolädchen in betterplace Verpackungen eingewickelt und bei Wind und Wetter auf dem Kollwitzmarkt gestanden?

Josefina Petrus stieg kurz nach Reneé bei betterplace ein und war über die letzten 18 Monate ein wichtiger Anker im Projekteteam. Sie recherchierte die für Agendatage wichtigen Themen und  akquirierte einiger unserer Wunschprojekte. Josefina war zudem mein erster Anlaufpunkt, wenn es darum ging, neue Ideen auszutesten und Sachen einen guten Namen zu geben. “Wie könnte man diese Aktion am besten nennen?” fragten wir und erhielten prompt ein paar ausgefallene, passende Antworten.

Josefina spielte auch eine tragende Rolle im betterplace Inkubator, in dem wir  (gemeinsam mit Renate Maifarth und Hans-Jürgen Cramer) zwei herausragende Projekte betreuten: das “WTO-betterplace Projekt”, welches inzwischen zum x-runner mutiert ist und Cinema Jenin, für das Josefina und die restlichen Inkubatoren diverse Veranstaltungen in Berlin (u.a. im Radialsystem mit Frank-Walter Steinmeier und Desirée Nosbusch und mit Gesine Schwan in der HVSG) und München organisierten. Letztere Veranstaltung wurde auch von Josefina moderiert.

Josefina kehrt in die Filmbranche, aus der sie kommt, zurück und arbeitet an einer Dokumentation über 100Jährige in Deutschland. Renée, die in ihrer beruflichen Laufbahn immer zwischen zwei Polen, der soziopolitischen Arbeit und dem Design, hin und her gependelt ist, wird sich jetzt wieder mehr der Ästhetik widmen und in einer Werkstatt für handbedruckte Stoffe arbeiten.

Wir wünschen euch ganz viel Freude und Erfolg bei diesen neuen Aufgaben und werden zugleich eure Kreativität und Leidenschaft sehr vermissen!

Glücklicherweise verabschieden sich beide nicht ganz von betterplace: Josefina steht uns im Projekteteam auch weiterhin an unseren Dienstags-Treffen als Punching-Partner zur Verfügung und Reneé sammelt weiter die “Guten Geschichten” auf betterplace, für die wir ein Archiv anlegen werden, um sie u.a. für Publikationen zu verwenden.

“Lieber indische Kinder als Schwule fördern”

Morgen findet in Belgrad die erste Gay Pride Parade seit 2001 statt. im Vorfeld haben nationalistische Gruppe Krawalle angekündigt und die serbische Regierung hat Tausende von Polizisten im Einsatz, bemüht den national-fundamentalistischen Gruppen, die während der Balkankriege in den 1990ern das Land dominierten, Einhalt zu gebieten.

Doch nicht nur Serbien hat mit Homophobie ein Problem. In ca. 80 Länderns wird Homosexualität noch strafrechtlich verfolgt, Lesben und Schwule sind vielfachen Schikanen und gewalttätigen bis tödlichen Übergriffen ausgesetzt.

Bedauerlicher Weise ist dieses Thema aber für viele deutsche Stiftungen und Vereine ein Tabu. Nur 11 von 16400 Stiftungen haben sich 2008 offen für homosexuelle Projekte in Osteuropa , Schwellen- und Entwicklungsländern engagiert. Das ist das Fazit einer Studie der gemeinnützigen Organisation Dreilinden. Gefördert wurden insgesamt nur 47 Projekte mit 622.200 Euro. Zum Vergleich: Allein die fünf größten deutschen Stiftungen gaben zeitgleich 300 Millionen Euro aus.

Die Gründe für die Zurückhaltung sind beschämend: “Die Stiftungen haben Angst, dass die Spenden zurückgehen, wenn sie sich offen für diese Themen einsetzen”, so die Sprecherin von Dreilinden.

Die Studie berührt (so die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel im August 2009 “Lieber indische Kinder als Schwule fördern”, leider nicht mehr online verfügbar) mit ihrer Kritik noch ein weiteres Tabu-Thema: Gerne stellen sich deutsche Stifter als Treiber für gesellschaftlichen Wandel dar. Doch tatsächlich streiten hiesige Wohltäter nur ungern und schon gar nicht öffentlich darüber, ob sie ihre vielen Millionen wohl für das Richtige einsetzen. … In den USA haben es die Gebenden schon schwerer. Dort hat das National Committee for Responsive Philanthropy kürzlich veröffentlicht, welche Gruppen von den 800 größten US-Stiftungen versorgt werden – und welche nicht. Die Ergebnisse waren unangenehm. Nur jeder 3. Dollar wird im Vorreiterland des bürgerschaftichen Engagements für gesellschaftlich Benachteiligte eingesetzt. Lautstark sprach das NCRP von einem Versagen des Stiftungssektors und zettelte eine öffentliche Debatte an. … In Deutschland meiden die eher konservativen Förderstiftungen einen solchen Streit und es bleibt mutigen Stiftungen wie Filia oder Hirschfeld-Eddy vorbehalten, sich für Tabuthemen zu engagieren.

Also, liebe LSBTI-Organisationen, bitte nutzt betterplace.org!

P.S. Und wie mir eben Michael (unser Kaufmännischer Leiter) schrieb, ist die Parade in Belgrad gerade abgesagt worden, mit der Begründung, die Polizei könne für die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren. Wie traurig.

Soziale Investitionsbank in Großbritannien

Seit gestern bin ich auf der  International Social Innovation Research Conference in Oxford, organisiert vom Skoll Center for Social Entrepreneurship an der Said Business School.

Der erste Tag war der Situation von Social Enterprises in Großbritannien gewidmet, wo seit 2002 eine Reihe von rechtlichen und finanztechnischen Rahmenbedingungen geschaffen worden sind, die es non-profit Organisationen erleichtern sollen, Einkommen zu generieren um damit ihre sozialen Ziele zu erreichen.

Schon meine Flugzeuglektüre hatte mich auf die englische Diskussion vorbereitet: Der Sunday Telegraph berichtete über Sir Ronald Cohen, Venture Capitalist und Gründer von Apax Partners, der seine Geschäftsinstinkte nun für soziale Ziele einsetzt. In einer Zeit, in der die radikale Marktwirtschaft eine enorme Kluft zwischen arm und reich hervorgerufen hat und der Staat zur gleichen Zeit immer weniger Ressourcen hat um diese zu überbrücken, ist Cohen davon überzeugt, dass unternehmerische Lösungsansätze gefunden werden müssen.

Soziale Investitionsbank

His solution is a social investment bank. A close ally of Gordon Brown, Sir Ronald was picked in 2005 to head a committee to determine what to do with the millions, possibly billions, of pounds languishing in forgotten bank accounts.

One year later, the Commission on Unclaimed Assets proposed the establishment of a social investment bank, using capital from dormant bank accounts to help fund charities and social enterprises, and develop the social investment market.

It is a neat idea. The bank would be founded with £250m of capital from dormant accounts and would receive an annual income of £20m for the next four years.

Doch da die bürokratischen Mühlen langsam mahlen und die Banken die Gelder noch nicht freigegeben haben, hat Sir Ronald Cohen  Social Finance gegründet, eine Investitionsbank für non profit Organisationen, die u.a. einen „social impact bond“ herausgibt:

Sozial Wirksame Anleihen

It is designed to address a particular issue, such as the reduction of reoffending rates. Some 73pc of adults on short sentences re-offend within two years of their release from prison. That figure escalates to a staggering 92pc for under-21s. It is an enormously costly business, catching the criminal, sentencing him, and then locking him up again.

The social impact bond would raise money from third parties to invest in programmes to reduce reoffending. If the programmes are successful, the Government would pay those investors a portion of the savings they have made as a result of the reduction in reoffending.

Social Finance says the concept could be applied to any number of issues where the Government spends vast amounts on treating the symptoms of a societal ill, rather than its causes.

Mehr von der Konferenz folgt.

betterplace.org in UNDP’s South-South Cooperation Newsletter

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Vor ein paar Wochen besuchte uns David South, Entwicklungsconsultant und Autor des UNDP Development Challenges, South-South Solutions Newsletter, im Kreuzberger Büro um sich vor Ort ein Bild von unserer Arbeit zu machen. Als ich ihn fragte, wie er auf uns gestoßen sei, antwortete er: er hätte mich (social-media Skeptiker aufgepaßt) auf Twitter gefunden.

Hier ist der Artikel Making the World a Better Place for Southern Projects. (UNDP veröffentlicht den Newsletter auf der South to South Website immer erst verzögert, deshalb hier der Link via Davids blog.)

Techies welcome :)

Heute ist sie offiziell gestartet, die Mozilla Mitmachwoche. Die Mozilla Foundation hat diese Aktion ins Leben gerufen, um mit ihrer technisch versierten Community gemeinnützigen Organisationen und Initiativen in technischer Hinsicht unter die Arme zu greifen. Wie in einem früheren Post erwähnt, ist betterplace.org bei dieser Aktion Partner für die Region Deutschland. Zahlreiche Organisationen haben technisch-orientierte Bedarfe als Gesuche eingestellt – jetzt geht es in dieser Woche darum, diese zu erfüllen. Wer Zeit und Lust hat ist also aufgerufen in dieser Woche sein Know-How für die gute Sache nutzen.



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