Archiv für October, 2009

Kleine Feldstudie in Jenin

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In der Küche des Cinema Jenin Guest House

Seit 3 Tagen bin ich in der palästinensischen Stadt Jenin und besuche Cinema Jenin eines der Projekte, um das wir uns im letzten Jahr im betterplace Inkubator besonders gekümmert haben. Nachdem ich soviel über die Renovierung des Kinos in der Westbank gehört und die Macher des Projekts, Fakhri Hamad und Marcus Vetter, auf viele verschiedene Veranstaltungen begleitet hatte, war ich extrem gespannt vor Ort am Geschehen teilzuhaben.

Das Kino, in einem stattlichen Bau mitten im Stadtzentrum gelegen, ist mittlerweile weitgehend renoviert. Gleich um die Ecke wurde in den Sommermonaten ein wunderschönes Haus zum Cinema Jenin Guest House umfunktioniert. Hier wohnen die vielen, meist deutschen Volunteers, die sich im Wochen- oder Monatstakt abwechseln. Darunter z.B. zwei junge Filmemacherinnen, die gerade die Geschichte einer israelischen Frau recherchieren, deren Mann bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam und die sich entschlossen hat, die in Jenin lebende Familie des Mörders zu besuchen. Einige von den ehrenamtlichen Mitarbeitern pendeln schon seit eineinhalb Jahren regelmäßig zwischen Deutschland und Jenin hin und her, um die Renovierung und Ausstattung des Kinos voranzutreiben, aber auch um Workshops mit Jugendlichen abzuhalten. Sie werden ergänzt durch eine bunte Mischung aus Einheimischen und (wenigen in Jenin lebenden) Expats, die besuchsweise vorbeikommen.

Was wollen die Leute im Kino sehen?
Meine Aufgabe bestand darin, eine Kurzstudie zur Akzeptanz des Kinoprojekts in der Bevölkerung zu machen und insbesondere die Erwartungen und Vorstellungen, wie das Kino genutzt werden soll, zu erfragen. Jenin ist als eine sehr konservative Stadt bekannt – die Mehrzahl der Frauen tragen Kopftuch, Märtyrerbilder zieren das Straßenbild, während den Intifadas kamen viele der Selbstmordattentäter aus Jenin. Das Freizeitangebot in Jenin ist bislang auf heimische TVs, Restaurants und private Feiern beschränkt, umso höher sind die Erwartungshaltungen an das Kino. Aber: Welche Filme sind in einer Gesellschaft akzeptabel, in der es undenkbar wäre, dass ein junger Mann mit seiner Freundin gemeinsam ein Kino besucht? Können Männer und Frauen gemeinsam im Kino sitzen, oder sollte es getrennte Vorführungen, bzw. Sitzplätze für Frauen und Familien geben?

Mit Feda, einer jungen selbstbewußten Übersetzerin an meiner Seite, unterhielt ich mich in den nächsten Tagen mit einer großen Bandbreite von Bewohnern: von Markthändlern und jungen Unternehmern über Frauen aus den umliegenden Dörfern bis hin zu Vertreterinnen von NGOs und DVD-Verkäufern. Dabei entstand ein differenziertes Profil: Ja, viele wollen einfach nur die neuesten amerikanischen Actionfilme sehen, im Wechsel mit ägyptischen Komödien und ein paar Bollywood-Filmen. Zugleich aber wünschen sie sich gute Dokumentarfilme für ihre Kinder, Komödien für die ganze Familie und ausgewählte palästinensische Filme, von deren Existenz sie zwar wissen, die sie aber selbst noch nie gesehen haben. Überhaupt war die Mehrzahl der von mir Interviewten, bzw. ihre Kinder noch nie in einem Kino gewesen.

Kino auf dem Dach
Sehr spannend wurde es dann an den Abenden, als wir in einer deutsch-palästinensischen Gruppe Filme sahen, um zu überlegen, mit welchem Programm das Kino im Sommer 2010 eröffnet werden soll. Einer von Marcus’ Lieblingsdokumentarfilmen The Monastry fiel bei den arabischen Zuschauern durch: zu langsam erzählt, lautete das einstimmige Fazit. Dafür punktete Die Erde. Der britsche Kinderfilm Son of Rambo gefiel den palästinensischen Zuschauer, dafür waren aber die Reaktionen von den Deutschen sehr gespalten. Einstimmig für spannend und relevant erklärt wurde dagegen Persepolis, die Lebensgeschichte einer jungen Iranerin vor und nach der islamischen Revolution.

Meine Interviewpartner hatten alle den besonderen “cultural code” betont, den es in Jenin zu beachten gäbe, d.h. Nackt- und Liebesszenen seien inakzeptable. Nun kamen solche Szenen fast in jeden der Filme vor, auch wenn sie keine besondere inhaltliche Bedeutung hatten und ich fand es hochinteressant zu sehen, was von den arabischen Zuschauern jeweils als “völlig ok” oder inakzeptabel angesehen wurde. Nun wird es noch mal spannend, wenn der Mufti von Jenin die von uns vorselektierten Filme zur Auswahl bekommt.

Gesucht: Leiter(in) Organisationen- und Projekteteam

Wir suchen ab sofort eine(n) Leiter(in) im (Sozial-) Unternehmen betterplace.org für das Organisationen- und Projekteteam. Dieses Team betreut alle auf betterplace.org agierenden Hilfsorganisationen und sozialen Initiativen, von großen internationalen Organisationen bis hin zu kleinen Grassroots Initiativen in der ganzen Welt.

Der Verantwortungsbereich
-    Verantwortung für die strategische Entwicklung des Bereiches und die operative Leitung
-    Akquise und Entwicklung von strategisch wichtigen Organisationen, insbesondere auch im Bereich Social Entrepreneurship
-    Metrics/Monitoring/Analyse des Plattformverhaltens der Organisationen
-    Produkt- und Prozessoptimierung
-    Entwicklung von neuen Funktionen für die Plattform
-    Entwicklung von Qualitätssicherungsmaßnahmen
-    Begleitung Regionalisierung

Was erwarten wir?
- erfolgreich abgeschlossenes Studium und eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung

- Vertrautheit mit entwicklungspolitischen Diskursen, z.B. durch Arbeit im Stiftungs- und NGO-Sektor
- Erfahrungen in Team- und Projektsteuerung
- Internetkompetenz, professionelles Handwerkszeug aus den Bereichen Internet und Community-Management
- Fähigkeit, Produktneuerungen in konkrete technologische Konzepte zu übersetzen und bis zum Ende zu begleiten
- Erkennen von internetspezifischen Potentialen und Trends im Bereich soziale Innovation

Du musst andere Menschen begeistern können und trotz der vielen Möglichkeiten und Baustellen im Tagesgeschäft den Überblick behalten, strukturieren, priorisieren und den Kommunikationsfluss mit allen Stakeholdern aufrecht erhalten.

Ein hohes Maß an Kreativität und Einsatzbereitschaft sind Grundvorraussetzungen für diese Rolle. Neben der Vergütung stehen Dir Coaching, Training und ein Netzwerk aus Gesellschaftern, Beiräten, Förderern und Partnern der betterplace Stiftung zur Seite, die Dir helfen werden den Themenbereich erfolgreich zu managen und Dich persönlich weiterzuentwickeln.

Beschäftigungsdetails
* Bezeichnung: Leitung Organisationen- und Projekteteam
* Art der Anstellung: fest, Vollzeit
* Berlin Kreuzberg
* Ab sofort

gesucht: Mitarbeiter für den Aufbau des betterplaceLABS

Für unser Büro in Berlin suchen wir eine(n)

Mitarbeiter(in) für das betterplace LAB

Das betterplace Lab ist ein Think & Do Tank im Aufbau, der projektbezogen und output-orientiert für betterplace.org und die Welt der sozialen Innovation vordenkt.

Ihre Aufgaben

  • Verantwortlich für das übergreifende Management der LAB-Projekte (Implementierung, Steuerung und Controlling)
  • Mitwirkung bei der Festlegung der zukünftigen strategischen Ausrichtung des betterplace-LAB
  • Vertretung des betterplace-LAB nach außen
  • Unterstützung bei der Akquisition von Kooperationen und Finanzierungen
  • Operative Verantwortung für Finanz- und Budgetplanung des betterplace-LAB
  • Verantwortlich für die Webpräsenz des betterplace-LAB

Unsere Anforderungen:

  • Sozial- oder Kulturwissenschaftliche Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung
  • Nachgewiesene Projektmanagementfähigkeiten
  • Erfahrungen in interkulturellem Arbeitsumfeld
  • Stark in Kommunikation und Präsentation
  • Strukturiert, engagiert und überzeugend
  • Fließend (Wort und Schrift) in Deutsch und Englisch

Gemeinsam in einem kleinen Team bieten wir Dir die Chance, den Aufbau eines anspruchsvollen und innovationen Projektes voranzutreiben.

Du musst andere Menschen begeistern können und trotz der vielen Möglichkeiten und Baustellen im Tagesgeschäft den Überblick behalten, strukturieren, priorisieren und den Kommunikationsfluss mit allen Stakeholdern aufrecht erhalten.

Ein hohes Maß an Kreativität und Einsatzbereitschaft sind Grundvorraussetzungen für diese Rolle. Neben der Vergütung stehen Dir Coaching, Training und ein Netzwerk aus Gesellschaftern, Beiräten, Förderern und Partnern der betterplace Stiftung zur Seite, die Dir helfen werden den Themenbereich erfolgreich zu managen und Dich persönlich weiterzuentwickeln.

Beschäftigungsdetails

* Bezeichnung: betterplaceLAB Manager(in)

* Art der Anstellung: fest, Vollzeit

* Berlin Kreuzberg

* Ab sofort

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung per Email an Joana Breidenbach jb@betterplace.org

betterplace gemeinnützige Stiftungs-GmbH, Schlesische Straße 26 – 10997 Berlin – Telefon: (030) 69 53 54 53

Twende Pamoja: Wie ein kleiner Verein sein Fundraising auf betterplace auslagert

Im Kleinen ganz groß – dafür ist der Verein Twende Pamoja ein wirklich gutes Beispiel. Denn auch ohne einen mächtigen Fundraising-Apparat und fast ausschließlich über betterplace.org hat Twende Pamoja schnell und effizient Spenden gesammelt. Und das nicht zu knapp.

Twende Pamoja ist Kiswahili und bedeutet „Lasst uns gemeinsam gehen“. Das tun seit dem Jahr 2000 ein paar junge Deutsche zusammen mit ihren Freunden und Partnern aus demostafrikanischen Tansania, genauer gesagt von der Insel Sansibar. Dort sind die Hilfsprojekte von Twende Pamoja angesiedelt.

Dass die Projekte so erfolgreich bespendet wurden, liegt unter anderem daran, dass Twende Pamoja die neuen Möglichkeiten des Online-Fundraisings voll ausgeschöpft hat: Das Internet ist schnell, aktuell, anschaulich und billig im Unterhalt. Also haben Matthias Mnich, Michaela Blaske und Verena Specht-Ronique, die Projekte für Twende Pamoja bei betterplace platziert haben, zum Erlebnis gemacht. Nie konnten die Unterstützer so anschaulich auf dem Laufenden gehalten werden und nie konnte durch soviel Transparenz ein derartiges, fast persönliches Vertrauensverhältnis geschaffen werden wie jetzt mit betterplace.

Auch Niederlagen eingestehen
Zu Transparenz und Vertrauensbildung gehört allerdings auch die Stärke, eigene Schwächen einzugestehen. So hat sich Twende Pamoja zwar für die Finanzierung von Stoff für die Herstellung von Jutetaschen bedankt, gleichzeitig aber auch zugegeben, dass die Taschen nicht konkurrenzfähig sind und das Projekt im Nachhinein nicht besonders sinnvoll war.

Kontinuierliche Kommunikation mit den Spendern
Bislang haben die Twende Pamoja-Leute in ihren sieben Projekten insgesamt 167 Blogs geschrieben, das sind fast 24 Blogs pro Projekt. Dadurch werden die Projekte stets am Leben erhalten, die Berichte halten die Projekte durch aktuelle Informationen frisch und sie pflegen die Beziehungen zu den Unterstützern, indem sie Vertrauen schaffen. Jeder Nutzer, der als Fürsprecher, Besucher oder Unterstützer mit dem Projekt verbunden ist, bekommt stets eine E-Mail vom betterplace-System, wenn in dem entsprechenden Projekt gebloggt wurde oder eine neues Foto hinzugefügt wurde. „Es gibt Neuigkeiten von ihrem Projekt!“, heißt es dann, und da Neuigkeiten nun einmal interessant sind, ist man mit einem Klick auf den Link in der betterplace-Benachrichtigungsmail wieder bei dem Projekt.

Die Blogeinträge geben den Projektverantwortlichen auch die Möglichkeit, den Unterstützern zu zeigen, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. In Verbindung mit Fotos, die den Werdegang des Projektes veranschaulichen, wird das Spenden zum Erlebnis – zwar hat man meist „nur“ Geld oder Sachen gespendet, aber es fühlt sich fast so an, als hätte man eigenhändig mit angepackt.

Geringer Aufwand – reiche Ernte
Auf betterplace.org ein Projekt einzustellen, dauert keine 20 Minuten. Doch wird es nicht gepflegt, droht es auszutrocknen. Damit der grüne Balken weiter wachsen kann, muss man als Projektverantwortlicher Energie reinstecken. Verena Specht-Ronique arbeitet seit der Gründung von Twende Pamoja für den Verein und hat zwei Projekte bei betterplace betreut. Einige Stunden pro Woche hat sie investiert, für aktuelle Blogs, für neue Fotos und vor allem für die Aktivierung des Netzwerks. Die Resonanz beschreibt sie mit einem Wort: „Phänomenal!“. Twende Pamoja hat nicht nur zahlreiche neue (Stamm-)Spender hinzu gewonnen. Während die Möglichkeiten der Geldakquise in Prä-betterplace-Zeiten sehr begrenzt waren, konnte der

Verein nun auch seinen Bekanntheitsgrad international erweitern. „Heute bekommen wir sogar Unterstützung aus England – eine super Öffentlichkeitsarbeit!“, so Verena. Als kleiner Verein hat Twende Pamoja das Online-Fundraising quasi outgesourct und seine Projekte auf der eigenen Homepage direkt zu betterplace verlinkt. Dort werden sie ausführlich beschrieben und vom Web of Trust bewertet.

Netzwerk aktivieren
Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist die Aktivierung des Netzwerkes. Man muss die kleine Flamme des Streichholzes an viele Stellen halten, um das Lagerfeuer ordentlich anzufachen, sprich: Man muss Mails schreiben, bis das Adressbuch erschöpft ist, man muss Kollegen, Freunde und Verwandte auf das Projekt bei betterplace aufmerksam machen, den Link rumschicken, in die eigene Email-Signatur aufnehmen, bei Facebook posten, in die Statusleiste seiner Messenger schreiben oder einfach nur Gott und der Welt davon erzählen. Immer mit dem Hinweis: Weitersagen! „Aber auch die Bewertung des Projektes ist wichtig“, sagt Verena. Sie hat auch immer um viele Sternchen in der Bewertungsleiste des Projektes gebeten, denn so kommt das Projekt höher auf die Projekt-Übersichtsseite bei betterplace.

Jetzt posten die Begünstigten ihr eigenes Projekt
Da betterplace da ist, wo das Internet ist, ging Twende Pamoja einen konsequenten Schritt weiter: Der Verein schulte die Menschen auf Sansibar im Umgang mit betterplace.org (mit über betterplace gesammelten Laptops). Wieder einen Flug, einen Umweg gespart: Die Sansibari sammeln jetzt eigenständig für den Bau einer Straße zu einer Entbindungsstation und einen wichtigen Brunnnen. Effizienter geht es kaum.

Good Practise – Fundraising auf betterplace.org

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Heute machen Yvonne und ich einen Workshop für Startsocial. Dabei geht es um das Thema “Wie vernetze ich mich weitestgehend?”

Wir werden eine Reihe von good practice Beispielen aus der betterplace Welt vorstellen, die wir zum Teil auch auf diesem blog präsentiert haben. Hier noch mal eine kleine Übersicht:

Viel Erfolg beim Nachahmen!

Good Practice: action medeor auf betterplace.org

Auch die Großen fangen mal klein an. Das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor versorgt seit 45 Jahren die Menschen in den armen Regionen der Welt mit dem Nötigsten. Über 10000 Gesundheits- stationen in 140 Ländern werden von dem Verein beliefert, allein im Jahr 2008 wurden 360 Tonnen Medikamente und medizinische Geräte im Wert von über 10 Millionen Euro verschickt. Die Botschafterin von action medeor ist Anke Engelke.

Bei betterplace dabei sein – eine Investition in die Zukunft
Warum also platziert ein Großer wie action medeor seine relativ kleinen Projekte bei betterplace? Ist es das Kleinvieh, das auch Mist macht, wenn der millionenschwere Verein um Spenden für Moskitonetze zum Stückpreis von fünf Euro wirbt? Die Antwort auf diese Fragen mag pathetisch klingen, aber: Es ist eine wichtige Investition in die Zukunft. „Durch betterplace haben wir neue und vor allem auch junge Spender hinzu gewonnen“, sagt Steffi Sczuka, Fundraiserin bei action medeor. Denn action medeor hat das gleiche Problem wie viele andere traditionsreiche Hilfsorganisationen auch: Die Stammspenderschaft ist alt. Ob die Kinder und Kindeskinder dieser Menschen genauso eifrig spenden werden ist fraglich, also wächst der Druck, neue Stammspender zu akquirieren.

Aktualität überzeugt
Steffi Sczuka kam durch den Tipp einer Freundin auf betterplace.org. Ihr gefiel nicht zu letzt die Optik, also blieb sie und stellte die ersten Projekte bei betterplace online. Doch im Gegensatz zu einer kleinen Organisation wie Twende Pamoja schrieb Steffi keine Mails an Freunde, Bekannte oder gar die Stammspender. Die sind ohnehin eher offline und bleiben auf ihrem eingetreten Pfad des Dauerauftrags. Steffi sagt:

Als große Organisation werden wir anonymer wahrgenommen, die Menschen identifizieren sich anders mit uns, als mit einer kleinen Grasroot-Organisation.

Trotzdem war und ist action medeor mit seinen Projekten auf betterplace erfolgreich. Steffis Erklärung: „Wir sind aktuell.“ Eines der ersten betterplace-Projekte von action medeor betraf die Cholera-Epidemie in Simbabwe. Kurz nachdem die Katastrophe durch die Medien ging, waren bei betterplace 2000 Euro für 200 Behandlungen mit Medikamenten zusammen. Durch die Aktualität wurde das Projekt auch vom betterplace-Team herausgestellt, im Blog erwähnt und kam auf die vordersten Plätze der Startseite. Die Konkurrenz zwischen den Organisationen kommt noch anders zum Ausdruck: „Wir waren die Einzigen, die auf betterplace Hilfe für die Cholera-Epidemie anboten.“

Ähnlich war es mit dem Erdbeben auf Sumatra im September diesen Jahres: Um 14 Uhr was es in den Nachrichten, um 18 Uhr war ich mit dem Projekt auf betterplace“, erinnert sich Steffi. Diese wichtige Akquise von neuen, zusätzlichen Spendern ist sehr effizient. „Das Einstellen der Projekte dauert keine Stunde“, sagt Steffi, „und die Pflege, das Bloggen läuft dann so nebenbei.“

Extrem kostengünstige Gewinnung von Neuspendern
Die konventionelle Neu-Akquise eines Spenders kostet action medeor zwischen 70 und 90 Euro. Das entspricht fast 20 Moskitonetzen. Viele großen Organisationen müssen sogar ein Drittel des „Lifetime values“ eines Spenders in seine Akquise investieren. Steffi ist auch von Anfang an auf betterplace zugegangen, denn für die Internet-Plattform arbeiteten richtige Menschen, die man anrufen und um Rat fragen kann, mit denen man im Dialog Ideen entwickeln kann. So bleibt action medeor bei den betterplace-Mitarbeitern auch stets präsent, die den Verein wiederum gegenüber Unternehmenskunden promoten.

Das Ergebnis: Für action medeor sind innerhalb eines Jahres 12250 Euro zusammengekommen, gespendet von 212 Spendern. Allein die Akquise dieser neuen Spender hätte auf konventionellem Wege rund 17000 Euro gekostet. Bei betterplace hat jeder durchschnittlich 57 Euro für action medeor gespendet, das wäre auf konventionellem Wege noch nicht einmal genug gewesen, um die Akquise-Kosten zu decken. Über betterplace wurde so aber vielen Menschen geholfen. Da das Vertrauen zu den Spendern ein kostbares Gut ist und die Transparenz nie und auf keinen Fall außer Acht gelassen werden darf, will Steffi demnächst einen scheinbar langweiligen Bedarf einstellen: Verwaltungskosten. Denn obwohl 100 Prozent der Spende weitergeleitet werden, darf man nicht vergessen, das gerade bei größeren Organisationen ein Teil davon für allgemeine Verwaltungskosten benutzt werden muss.

Anke Engelke als Ass im Ärmel
Neben der schnellen Verbreitung von aktuellen Hilfsaktionen, hat action medeor noch ein Ass im Ärmel: Anke Engelke. Die Schauspielerin ist eine einzigartige Fürsprecherin und zieht die Besucher von betterplace.org durch ihre Prominenz auf die Projektseiten von action medeor. Doch bei dieser Abgrenzung zu anderen, quasi Konkurrenzprojekten, will es Steffi nicht belassen. „Man muss seine Projekte zu etwas Besonderem machen“, sagt sie und plant, mehr Videos bei betterplace unterzubringen.

Noch dominieren konventionelle Methoden des Fundraisings, doch das Online-Fundraising, wie es auf betterplace geschieht, wird weiter wachsen, glaubt auch Steffi.

Good Practice dank Dennis Buchmann

betterplace.org ist neu, ebenso wie Online Fundraising im sozialen Sektor. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, gemeinsam mit allen, die sich sozial engagieren, zu lernen. Zu lernen, wie wir das Internet, welches schon so viele Branchen auf den Kopf gestellt hat, am optimalsten für soziale Innovation, weniger Armut und mehr soziale Gerechtigkeit nutzen können.

Wir haben in zwei Jahren betterplace.org viel gelernt. Und wir möchten dass, was wir wissen, weitergeben, insbesondere auch an alle, die ihre Arbeit auf der Plattform vorstellen und um Unterstützung bitten. Glücklicherweise haben wir seit ein paar Wochen einen Unterstützer an Bord, der uns hierbei helfen will: Dennis Buchmann, der bis vor kurzem das sehr innovative Magazin Humanglobaler Zufall gemacht hat, wird für betterplace.org eine Reihe von good practice Beispielen vorstellen, Beispiele, von denen wir lernen können, wie man betterplace am besten für die eigene Initiative nutzen kann.

Dir, Dennis, Vielen Dank. Und wir freuen uns schon alle auf die vielen bunten Fallstudien.

Mädchen und Frauen fördern = Armut bekämpfen

Die Förderung von Mädchen und Frauen ist ein Schlüssel zur Armutsbekämpfung. Über den gestrigen Welttag zur Überwindung der Armut und das eindrucksvolle Buch der New York Times Journalisten Nicholas Kristof and Sheryl WuDunn Half The Sky schreibe ich in unserem englischen blog.

Markenaktion bei eBay

Gestern ist die offiziell gestartet, unsere Markenaktion. Der Name steht für eine einmalig runde Kooperation zusammen mit eBay und dem Verkaufsdienstleister LIMAL, mit freundlicher Unterstützung von der Agentur Oysterbay, PayPal und der DHL. Und das Ganze funktioniert folgendermaßen:

Hersteller von Consumer-Produkten, die sich sozial engagieren möchten, spenden uns Waren. Diese Waren werden von LIMAL über den Online-Marktplatz eBay angeboten und verkauft. Da alle Partner auf Ihre Provision verzichten, können wir aus Lagerwaren direkt Spenden in Höhe der Endverbraucherpreise generieren – ohne Abzug.

Die Hersteller, welche die Waren spenden, können auswählen, welches Projekt mit dem generierten Erlös unterstützt wird. Die Zahlungsströme sind dabei in unserem Team transparent für jeden nachvollziehbar.

In der Pilotphase wurden bereits ca. 100 Tausend Euro an Spenden generiert, etwa die Hälfte davon sind bereits eingezahlt. Übrigens haben die teilnehmenden Hersteller nicht nur keinerlei Aufwand, es gibt auch noch gratis Mediafläche bei eBay in einem sehr positiven Umfeld bei der Auktion.

Wir freuen uns über jeden Warenspender der mitmacht. Weitersagen.



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