Archiv für November, 2009

Adventskalenderzeit.

Fröhlichere Weihnachten, liebe Freunde und Förderer von betterplace.org!

Wir von betterplace.org möchten dieses Jahr aus frohen Weihnachten noch fröhlichere machen. Dazu haben wir aus unseren über 1.500 Hilfsprojekten 24 besonders schöne ausgesucht und in einen digitalen Adventskalender gepackt. Ab dem heute Nacht, dem 01. Dezember, öffnet sich dort nun täglich ein neues Türchen – ein Türchen in eine bessere Welt. Denn jeden Tag aufs Neue ist hinter einem Türchen eins der 24 Projekte zu sehen. Die Projekte, unter anderem von CARE, Action Medeor, den Johannitern oder den Ingenieuren ohne Grenzen, decken dabei nicht nur alle Teile der Welt ab, sondern auch unterschiedlichste Themenbereichen.

Damit wir diese 24 Projekt möglichst vielen Menschen zeigen können, binden bereits hunderte Privatpersonen und dutzende Internetplattformen unsere Banner, Widgets und E-Mail-Signaturen ein: zum Beispiel Otto, ZEIT Online, Welt Online, Immobilienscout24, Spreadshirt und Hotel.de.

Haben auch Sie Lust, unsere Adventskalenderaktion kurzfristig noch ein bisschen zu unterstützen? (Jeder Visit zählt – immerhin bringt im Durchschnitt jeder Visit auf unserer Seite einen Euro an Spenden mit!) Das geht ganz einfach:

*    Binden Sie zum Beispiel folgenden Link in Ihre E-Mail Signatur ein: “Ich wünsche fröhlichere Weihnachten! Sie auch? http://adventskalender.betterplace.org/”. Oder Sie integrieren dort sogar unsere vorbereitete Grafik. Vielleicht machen ja auch Ihre Freunde oder Kollegen mit?
*     Sofern Sie selber – oder Ihr Unternehmen – eine Website oder einen Blog betreiben, integrieren Sie einen unserer Banner, zum Beispiel als “Animated Gif”, als “Flash” oder als dynamisches Widget – darin wird dann automatisch bei Ihnen auf der Website täglich wechselnd das aktuelle Projekt angezeigt.

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Wenn Sie Fragen zu unserem Adventskalender oder zu betterplace.org allgemein haben – gerne! Schreiben Sie eine E-Mail an marketing@betterplace.org oder rufen Sie an: 030 – 76 76 44 88 0

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns dabei unterstützen, den betterplace.org-Adventskalender mit seinen 24 guten, nachhaltigen Projekten in die Welt hinauszutragen!

Moritz, Mitgründer betterplace.org

Gewalt gegen Frauen und die Globalisierung des Feminismus

70 Prozent aller Frauen erlebten in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt durch Männer – „die Mehrheit davon durch Ehemänner, Intimpartner oder Jemanden, den sie kennen“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gestern, anläßlich des Internationalen Tags zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen. Er rief Männer aller Altersstufen dazu auf, dem neu gegründeten Netzwerk mit dem Namen Network of Men Leaders beizutreten und gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu kämpfen, wo immer sie auch geschehe.

Auch wir bei betterplace.org haben einige engagierte Projekte, die sich dieser wichtigen Thematik annehmen, so zum Beispiel ein von Care International durchgeführtes Projekt in Sambia – Schutz vor sexueller Gewalt, welches auf innovative Waise die Errichtung von Frauenhäusern mit juristischer Beratung, der Ausbildung von Multiplikatoren und gezielter Lobbyarbeit verbindet.

Gewalt gegen Frauen – ein Resultat des globalisierten Feminismus
Als Kulturanthropologin fasziniert mich die Genese des Konzepts “Gewalt gegen Frauen”, welches ein Spiegel der Globalisierung des Feminismus ist. Bis in die 1970er Jahre hatten Frauen in der Regel nur geringe konkrete Kenntnisse über die Lebensbedingungen von Frauen in anderen Weltteilen und der Feminismus war eine stark westlich geprägte Bewegung und Ideologie. Das hat sich seitdem dramatisch verändert - In Kirgisien gibt es zwar erst ein paar Dutzend Frauengruppen, in Kenia dagegen sind es 26.000.

Welche Frauenthemen sind relevant?
Frauenthemen wurden zunächst ausschließlich aus einem westlichen Blickwinkel artikuliert. Die universelle Gültigkeit von Idealen wie persönliche Entfaltung, Gleichstellung am Arbeitsplatz oder dem Recht auf Abtreibung erschien westlichen Feministinnen selbstverständlich. In gemeinsamen Foren mit Frauen aus anderen Kulturen und Kontinenten, insbesonders auf den großen UN-Weltfrauenkonferenzen, wurde jedoch schnell deutlich, daß Frauen in den verschiedenen Kulturkreisen sehr unterschiedliche Interessen und Ziele verfolgten. So stand in südlichen Ländern nicht die individuelle Selbstbestimmung, sondern die wirtschaftliche und rechtliche Gleichstellung von Frauen im Vordergrund. Islamische Frauen, Afro-Amerikanerinnen oder Afrikanerinnen setzen sich heute zwar zum Konzept ”Feminismus” in Bezug, verstehen aber oft völlig unterschiedliches darunter. Die internationalen Frauen-Netzwerke werden auf der einen Seite immer zahlreicher und grenzüberschreitender, andererseits läßt sich eine starke Ausdifferenzierung der Themen und Strategien beobachten.

Ein gemeinsamer Nenner für Witwenverbrennung, häusliche Gewalt und politische Folter
Um über kulturelle Grenzen hinweg die Situation von Frauen zu verbessern, mußten gemeinsame Interessen gesucht und mit einem standardisierten Vokabular artikuliert werden. Ein solcher gemeinsamer Nenner wurde im Konzept ”Gewalt gegen Frauen” gefunden. Vor 20 Jahren wurde ”Gewalt gegen Frauen” weder von Frauen- noch von Menschenrechtsgruppen thematisiert. Keine der 30 Artikel der ”Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung” (1980) beschäftigt sich mit Gewalt. Inzwischen ist der Begriff jedoch zum wichtigsten Leitprinzip der weltweiten Frauenbewegung avanciert. Sein Erfolg liegt darin, daß unter dem Oberbegriff ”Gewalt gegen Frauen” höchst verschiedene Fraueninteressen subsumiert werden und Frauen aus den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Milieus sich dazu in Bezug setzen können. Themen wie Vergewaltigung und häusliche Gewalt in den USA und Europa, Beschneidung der Genetalien in Afrika, sexuelle Versklavung in Asien und Europa, Witwenverbrennung und Abtreibung weiblicher Föten in Indien, Folter und Vergewaltigung von politischen Gefangenen in Lateinamerika mögen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben.

Die übergeordnete Kategorie ”Gewalt”, die im Dialog zwischen den verschiedensten Frauenorganisationen entstand, ermöglichte es jedoch diese unterschiedlichsten Erfahrungen und Probleme zusammenzufassen um auf transnationaler Ebene gemeinsam für das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu kämpfen. Mit dem neuen Konzept konnte sowohl die Indifferenz eines extremen Kulturrelativismus, als auch die Arroganz des westlichen Imperialismus überwunden werden. Die Kampagne um ”Gewalt gegen Frauen” erlangte weltweite Aufmerksamkeit (u.a. auch durch die Massenvergewaltigungen im früheren Jugoslawien) und beeinflußt heute die diskursive und faktische Politik von Staaten und internationalen Organisationen.

betterplace.org auf Al-Jazeera

Ein Filmteam von Al-Jazeera besucht ein kenianisches Kinderheim, welches über betterplace.org finanziert worden ist.

Tori Hogan will wissen: Was funktioniert und was nicht?

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Seit 6 Wochen findet in Berlin das Palomar5 Camp statt: 30 junge Leute sind in    der Malzfabrik zusammengekommen um ihre innovative Ideen auszuarbeiten und  mit einem Forum von Experten aus Politik, Wirtschaft, Technologie und Kultur  auszutesten. Mit dabei ist auch Tori Hogan, eine junge Amerikanerin, die sich  vorgenommen hat die Welt der internationalen Entwicklungshilfe zu  revolutionieren.

Mein betterplace Mitgründer Jörg hatte von Toris aktueller Projektidee gehört –  mittels Mobiltelefonie Projektevaluationen im Feld massiv zu verbessern und über  eine Website öffentlich zugänglich zu machen – und da wir uns im betterplaceLab  gerade mit einem sehr ähnlichen Thema beschäftigen, schaute ich gestern in der  Malzfabrik vorbei um mich mit Tori auszutauschen. Das Treffen war beeindruckend. Nicht nur war es toll zu hören, dass wir das existierende System sehr ähnlich einschätzten und uns die gleichen Fragen stellten, sondern dass wir z.T. auch parallele Lösungsansätze verfolgen um langfristig die Effektivität von Hilfe zu steigern.

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Beyond Good Intentions
Wieder zuhause schaute ich mir dann das letzte ihrer Projekte an: die Filmwebsite     Beyond Good Intentions, Resultat einer einjährigen Reise um die Welt, während      derer Tori die unterschiedlichsten Ansätze der Armutsreduzierung untersucht um        herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Die zehn auf der Website  versammelten fünfminütigen Kurzfilme bieten einen guten Überblick über die derzeit  in der Aid Community diskutierten Themen und Trends:

Internationale Entwicklungshelfer – welche Rolle sollen sie spielen? Sind sie nicht am effektivsten, wenn sie sich ganz in den Dienst lokaler Gemeinschaften stellen und diese selbst ihre lokalen Strategien erarbeiten?

Volunteering – Sind internationale Volunteers eine wirkliche Hilfe für NGOs oder schaden sie manchmal mehr als sie nutzen?

Nothilfe – Warum scheitern so viele Katastropheneinsätze und warum gibt es nicht mehr sinnvolle Innovationen?

Arbeitsstandards – wieso haben so viele NGOs viel zu niedrige Arbeitsstandards? Sollten Hilfsorganisationen mehr wie Unternehmen geführt werden?

Wissenschaftliche Forschungen – wie wissen wir, ob Hilfe effektiv ist? Ist es nicht unverantwortlich so viel Gelder in Projekte zu stecken, ohne ihre Auswirkungen erforscht zu haben?

For profit Ansätze – bieten Produkte, die den bottom of pyramid Markt bedienen, d.h. für wenig Geld Armen die Dinge verkaufen, die Hilfsorganisationen verschenken, eine nachhaltigere Lösung für viele Probleme?

Mikrokredite – Was steckt hinter der Popularität von Mikrokrediten und Internetplattformen wie kiva.org? Können sie einen wirklich signifikanten Wandel erzeugen?

Social Entrepreneurs – bieten ihre unternehmerischen Ansätze  die erfolgsversprechendste Antwort auf Armut und soziale Ungerechtigkeit?

Jeder, der sich einen kurzen und unterhaltsamen Einblick in die aktuellen Diskussionen im Bereich internationaler Entwicklungshilfe verschaffen will, sollte mal einen Blick auf die Seite der engagierten Amerikanerin werfen.

Kooperation mit der Hamburg Media School – Erfahrungsbericht

SeiHMS-Logot dem 1. Mai 2009 gibt es ein betterplace Büro auch in Hamburg (Klein Fontenay 1) und seit Juni betreue ich von hier aus u.a. eine Kooperation mit der Hamburg Media School. In der ersten Phase konnten wir fünf sehr engagierte angehende Medienmanagerinnen für uns gewinnen, deren Ziel sein sollte, Organisationen zu befähigen, sich bestmöglich im Internet und offline zu präsentieren. Die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit Hamburger Organisationen, an konkreten Beispielen zu lernen, bewältigten die Studierenden freiwillig und und das obwohl sie parallel noch ihre Masterthesis schrieben. Die Ergebnisse können sich sehen lassen – den Erfahrungsbericht gibt es unten zu lesen.

Inzwischen bzw. seit Oktober 09 geht die Kooperation mit der HMS in die zweite Runde: Eine Gruppe von vier Studierenden (ebenfalls angehende MedienmanagerInnen) bearbeitet die nun etwas umfangreichere Aufgabe innerhalb eines im Lehrplan integrierten Praxismoduls (über Ergebnisse wird hier bald berichtet).

Aber jetzt hier der Bericht der ersten Gruppe:

Erfahrungsbericht aus der Kontaktaufnahme zu Organisationen

Erstkontakt
Der Erstkontakt zu den meisten Organisationen kam durch eine kurze Email zum Projekt, betterplace.org und unserem Team zustande. Viele Reaktionen darauf waren sehr positiv. Häufig war betterplace.org schon ein Begriff und in einem anschließenden Telefonat konnten Einzelheiten und weitere Fragen beantwortet werden.

Im Falle dessen, dass der Ansprechpartner telefonisch kontaktiert wurde und betterplace noch nicht kannte, war es erst einmal notwendig, kurz und präzise vorzustellen, was betterplace.org genau ist und ausmacht. Da die meisten Organisationen täglich von unzähligen Anfragen erreicht werden, musste deutlich werden, dass für die Organisation hier ein Zusatznutzen entstehen kann und es lohnt, sich informieren zu lassen.

Weiterhin stellte sich die Frage, wer genau für die Entscheidungen für oder gegen ein Engagement auf betterplace.org verantwortlich ist. Wer ist der geeignete Ansprechpartner? In einigen Organisationen gab es konkrete Abteilungen für den Bereich Spenden, in anderen Mitarbeiter, die für den Bereich online zuständig waren. In anderen Fällen lag die Entscheidung allein bei der jeweiligen Geschäftsführung, die von betterplace.org überzeugt werden musste. Da diese meistens einen sehr eng organisierten Terminplan hatte, auf dem im Tagesgeschäft das Thema betterplace.org gegebenenfalls nicht an erster Stelle der Agenda stand, war eine klare Kommunikation und ein unermüdliches Nachfragen bei dem jeweiligen Ansprechpartner notwendig, um nicht in Vergessenheit zugeraten.

Nachfragen
Da in den seltensten Fällen ein sofortiger Termin zustande kam, hat sich ein freundliches Nachhaken als die beste Lösung erwiesen. Der Termin zum persönlichen Kennenlernen ermöglichte einen Einblick in die Arbeit der Organisation, ihre Probleme und erste Ideen für potenzielle Projekte.

Problematisch war hier vor allem die Benennung eines Projektverantwortlichen innerhalb der Organisation, da dieser oft mit einem größeren Arbeitsaufwand rechnete. Gegen diese Befürchtungen kam das Team nicht immer an – allerdings half das Angebot, die Organisation gemeinsam einzustellen und ein Profil einzurichten, in den meisten Fällen weiter.

Andere Gespräche scheiterten leider an mangelndem Interesse aufgrund von eingesessenen Strukturen schon in diesem frühen Stadium. Man ließ uns freundlich, aber bestimmt wissen, dass nicht mit einer Organisationsrepräsentation auf betterplace.org zu rechnen wäre.

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Ein Lied geht um die Welt…

…und unterstützt damit schwerkranke Kinder des Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg. So die Idee des Musikers Viktor Vaudeville bei seinem aktuellen Spenden- und Musikprojekt. Vaudeville hat sich entschieden, seinen neuesten Chanson “Dich” nicht zu verkaufen, sondern den digitalen Erwerb an eine Spende in sein Team bei betterplace.org zu koppeln. Eine tolle Idee für die wir an dieser Stelle gerne etwas “Werbung” machen…
Übrigens gibt es von dem Song gleich diverse Versionen zum Herunterladen, inklusive einem Download der einzelnen Tonspuren für den eigenen Remix. Wir wünschen uns mehr von solchen kreativen Aktionen!

Die verkaufte Verantwortung

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Diese Tage erscheint das neue Buch Die verkaufte Verantwortung von Alexander Glück, jenem kritischen Beobachter der deutschsprachigen Fundraising-Szene, der auch schon den Spendenkomplex geschrieben hat. Das Buch ist:

eine provokante, im besten Sinne polemische Auseinandersetzung mit dem modernen Spendenwesen und Fundraising, dem ihm zugrundeliegenden Menschenbild und Geschäftsmodell, der Denkweise seiner Akteure und der Fragwürdigkeit seiner Instrumente.

Glücks Thesen:

Fundraising ist überwiegend Selbstzweck. Die Spenden dienen zu erheblichen Teilen der Eigenfinanzierung des jeweiligen Hilfswerks.

Fundraising zielt auf die Entmündigung und emotionale Ausbeutung der Geber.

Fundraiser machen sich bewusst die Affekte des Spenders dienstbar und nutzen dabei alle Werkzeuge des Marketings. Spenden wird so zur Form des Massenkonsums.

Fundraiser lassen sich als „Sozialmakler“ von den Spendern für die Illusion bezahlen, ihre Organisationen übernähmen eine Teilverantwortung für die Verbesserung der Welt.

Die wachsende Branche der Fundraiser präsentiert sich als Antwort auf die von ihr selbst verursachten Tendenzen steigenden Konkurrenzdrucks.

Im Gegenzug plädiert der Autor für eine „neue Spendenkultur“, deren Bestandteile ein neuer Fundraiser und ein veränderter Spender sind, die sich sozial aufmerksam und selbstverantwortlich für die Behebung globaler Missstände einsetzen, anstatt sich mit ihnen zu arrangieren und nur deren Symptome zu bearbeiten.

Im Nachwort hat mir der Autor die Möglichkeit gegeben ein etwas alternatives Zukunftsszenario zu entwerfen, welches weniger auf das Heranwachsen einer neue Spendergeneration zielt, die jenseits von Konsum ihre Verantwortung für die Probleme der Welt übernimmt. Vielmehr glaube ich, dass es die neuen, durch das Internet und Mobiltelefonie ermöglichten Kommunikationsformen sind, die den im Buch kritisierten viel zu kostenintensiven und mitunter unlauteren Fundraisingpraktiken den Garaus machen werden.

“Damit nicht alles den Bach runter geht” – Der Welttoilettentag

Am 19. November ist Welttoilettentag. Das hört sich zunächst nach einem Scherz an, hat aber einen durchaus ernsthaften Hintergrund. Unglaubliche 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu hygienischen Sanitäranlagen. Das sind 40% der Weltbevölkerung.

An den Folgen sterben jährlich laut UNICEF 1,8 Millionen Menschen. Speziell Durchfallerkrankungen machen Kindern zu schaffen. Wer glaubt das AIDS/HIV der Killer schlechthin ist, dem sei gesagt, dass in Entwicklungsländern fünf Mal so viele Kinder an Durchfallerkrankungen sterben wie an AIDS/HIV. Auch die Umwelt wird durch das Fehlen von Sanitäranlagen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Der Welttoilettentag wurde 2001 eingeführt um Aufmerksamkeit auf dieses oftmals vernachlässigte Thema zu lenken. Wir unterstützen das und haben deshalb im studiVZ bzw. meinVZ vom 09.11.09 bis zum 16.11.09 einen Sloganwettbewerb ausgerufen. Der Slogan „Damit nicht alles den Bach runtergeht“ hat uns aufgrund seiner Doppeldeutigkeit überzeugt: Denn oftmals geht die Notdurft eben wirklich den Bach runter – aus dem dann anschließend getrunken wird. Der Slogan ziert nun unseren Startseitenbanner und verweist auf Projekte, die sich mit dem Thema „Toilette“ beschäftigten. Wie die Projekte zeigen, können bereits kleine Beträge Großes bewirken. Helft uns dabei die Gesundheit von vielen Menschen zu verbessern und die Umwelt zu schützen!

Besuch aus Bolivien

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Letzte Woche bekamen wir im Büro Besuch aus Bolivien: betterplace.org Projektverantwortliche Adina Hammoud wollte Jugendlichen aus dem bolivianischen Hochland, die u.a. dank betterplace Spendern in Deutschland Theater spielen konnten, die Menschen hinter der Internetplattform zeigen.

Hier ist Adinas Beschreibung des Projekts Kinder der Mine treffen Kinder des Tagebaus:

Ihre Vorfahren waren oft mineros, Bergarbeiter in den Minen des bolivianischen Hochlandes. Sie selbst als nachfolgende Generation wurden in El Alto geboren und setzen sich in Workshops mit der Geschichte ihres Landes auseinander, die vom Bergbau geschrieben wurde. Im November kommt eine Gruppe von Teatro Trono, Herzstück unseres Projektpartners COMPA, in den Süden Brandenburgs, die Region der Tagebaue. Sie spielen Theater an Schulen dort und geben Workshops, diskutieren mit Schüler_innen über ihre und deren Alltagserfahrungen und lernen eine Region kennen, die wie die Herkunftsregion ihrer Eltern und Großeltern davon geprägt ist, dem Boden seine Schätze zu entreißen: ob Braunkohle oder Silber und Zinn. Ein Begegnungs- und Lernprojekt zu Ökologie und Ökonomie als Vorfeldprojekt zur 6. BREBIT unter dem Jahresthema “Energie macht Entwicklung gerecht und nachhaltig für alle.

So viel wie Adina gibt fast niemand Rechenschaft über ihre Arbeit und läßt im Projektblog die Spender hautnah erleben, was im Projekt geschieht, toll!

Wo landen Fußgemalte Weihnachtspostkarten bei Euch?

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Es ist wieder mal die Zeit im Jahr wo unsere Briefkästen überquellen mit den Postwurfsendungen der großen Hilfsorganisationen. Gestern erhielt ich einen dicken Brief mit einem guten Dutzend Postkarten von Mund- und Fußmalenden Künstlern, natürlich begleitet von einem Überweisungsträger.

Welch wahnsinnige Verschwendung! Denn natürlich landeten die Weihnachtspostkarten in meinem Papierkorb – wie bei mindestens 95% der Bevölkerung.

Am gleichen Tag erreichte mich eine mail von Brian Walsh von Liquidnet mit einem Artikel von William F. Meehan Why we need a more efficient social capital market – and how we can get there (leider funkioniert der Link zu diesem Artikel im Stanford Social Innovation Review nicht, Danke Basti für den Hinweis), der Zahlen für diese Verschwendung bereit hielt:

Dort heißt es:

Offensichtlich ist der Kapitalmarkt für soziales Engagement schmerzlich ineffizient …  Es fehlt an kostengünstigen Transaktionsprozessen … Im profitorientierten Kapitalmarkt müssen Unternehmen zwischen $2 und $4 für Marketing, Rechtsrat etc. ausgeben, um sich $100 zu beschaffen – bei non-profit Organisationen liegt dieser Betrag zwischen $10 and $24 (die verwendet werden um an Spenderlisten heranzukommen, Direct Mails zu verschicken oder Telefonanrufe zu machen). Die Manager gemeinnütziger Organisationen verbringen 30 – 60% ihrer Zeit mit der Suche nach und Pflege von Spendern – Ressourcen, die meist nicht in den offiziellen Bilanzen der Fundraiser und NGOs auftauchen. Dazu kommen noch die $12 bis $19 pro $100 , die für Verwaltungskosten draufgehen.

… Alles in Allem fressen die Kosten der Kapitalbeschaffung zwischen 22 – 43% der eingenommenen Spenden.

Gemeinsam mit den anderen Internet Plattformen für soziales Engagement versuchen wir genau diese Entwicklung zu stoppen und eine kostengünstige Alternative für die Finanzierung sozialer Ziele durchzusetzen.

Bitte macht mit: Jeder der in der Vorweihnachtszeit über betterplace spendet, trägt dazu bei, dass mehr Geld in die Projekte fließt als in den Papierkorb.



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