Archiv für December, 2009

Rück- und Vorschau 4. Teil: Crowdsourcing – Ideen, Engagement, Vertrauen

Ein Trend, mit weitreichenden Folgen, der 2009 an Momentum gewonnen hat, besteht im Crowdsourcing von Lösungen für soziale Probleme. Wettbewerbe wie Googles Project 10100 “Ideen, die die Welt verändern können”, Ashoka’s Changemakers, der Purpose Prize (für Menschen in ihrer zweiten Lebenshälfte, die sozial einen wirklichen Unterschied machen) und die Buckminster Fuller Institute Challenge schaffen es, eine kritische Masse von Ideen und innovativen Denkern anzuziehen, diese öffentlich sichtbar zu machen und im Dialog zu verfeinern.

Plattformen für Mikro-volunteering und Mikroarbeit
Crowdsourcing spielt auch bei einigen innovativen, 2009 gelaunchten Plattformen eine zentrale Rolle, so bei den Microvolunteer-Seiten The Extraordinaries oder Catalista, über die ehrenamtliche Mitarbeiter online Aufgaben erledigen können, zum Beispiel, in dem sie für Bibliotheksarchive Bilder taggen. Interessanterweise können über das Netz – so auf der Samasource Plattform - auch benachteiligte Gruppen wie Flüchtlinge oder verarmte Bevölkerungsgruppen in Arbeitsprozesse eingebunden werden.

Mobiltechnologie bietet völlig neue Möglichkeiten für Partizipation und Feedback
Die durchs Internet kanalisierte und sichtbar gemachte Weisheit der Vielen wird in den kommenden Jahren auch im Bereich der Projektevaluation einen enorm wichtigen Stellenplatz einnehmen. 2009 hat es immense Fortschritte im Bereich der Verknüpfung von Mobiltelefonie mit entwicklungspolitischer und humanitärer Arbeit gegeben. So ist es  mittlerweile möglich, dass Handybenutzer Informationen an Internetseiten schicken, auf der diese dann aggregiert erscheinen. Beispiele hierfür sind die Angebote von Ushahidi oder SMS Frontline.

Für uns bei betterplace birgt diese Entwicklung ein spannendes Potential, da sie per SMS eine wesentlich niedrigschwelligere Teilnahme an unserem Web of Trust ermöglichen könnte. Die Aktivierung des Web of Trusts und die Erweiterung des hierin liegenden Potentials für eine radikal veränderte Partizipation und Vertrauensbildung ist eines der Gebiete, denen sich das betterplaceLab im neuen Jahr intensiv zuwenden wird.

Daten als Treiber: die angelsächsische Diskussion 2009. 3. Teil des Jahresrückblicks

Spannende Entwicklungen lassen sich im sozialen Sektor in den angelsächsischen Ländern verfolgen. Die dort geführten Diskussionen werden in der Zukunft auch vermehrt hierzulande eine Rolle spielen.

Daten, Messen, Wirksamkeit
Die Spendenkrise in den USA hat u.a. dazu geführt, dass Organisationen sich noch mehr darauf fokussieren, wie sie ihre Wirksamkeit messen und vermitteln können. Denn im verschärften Konkurrenzkampf um begrenzte Fördergelder werden sich genau die Organisationen behaupten können, die nachweisen können, dass ihre Arbeit auch wirklich funktioniert.

Lucy Bernholz, Autorin meines Lieblingsblogs Philanthropy 2173, hat folgende Trends für die amerikanische non-profit Szene identifiziert:

Daten dominieren die Diskussion
Stellten sich gemeinnützige Organisationen in den letzten Jahren die Frage: „Sollen wir unsere Arbeit messen?“ so ist diese durch „Was messen wir?“ abgelöst worden. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der Anteil von Verwaltungskosten am Gesamtbudget nicht die EINE relevante Kennzahl darstellt, sondern Metriken nur dann sinnvoll sind, wenn sie die Wirksamkeit der geleisteten Arbeit erfassen. Im letzten Jahr wurde eine ganze Phalanx neuer Messinstrumente im Netz zur Verfügung gestellt, wie Acumen Funds BACO, REDF’s SROI, Keystone’s Constituency Voice und viele andere Tools anzuführen, die in der TRASI Datenbank zusammengefasst sind. (Trasi ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen McKinsey’s Social Sector Office und dem The Foundation Center und stellt Informationen zu 150 unterschiedlichen Tools zur Verfügung – von Fragebögen über Meinungsumfragen bis Zertifizierungsprotokolle – die alle darauf abzielen die Wirksamkeit von sozialen Projekten zu erfassen)

Verstärkte Forderungen nach Transparenz
Online Technologie ermöglicht es, einfach Daten zu speichern, zu strukturieren und darauf zuzugreifen. Proportional zu diesen Möglichkeiten wachsen auch unsere Anforderungen an Transparenz: Wenn es die Daten gibt, wollen wir sie bitte auch sehen. Deshalb sind, so Bernholz Data the new platforms for change.

In den USA gibt es bereits eine ganze Reihe von Websites wie GreatNonprofitsCharity NavigatorGuidestarInsideGoodPhilanthropedia und Give Well, die als Verzeichnisse gemeinnütziger Organisationen dienen und darüber hinaus Einblicke in Organisationsstruktur, Finanzen und Evaluationen bieten. Auf dieser Basis wird es immer einfacher ein Ranking zwischen den unterschiedlichen Organisationen und Initiativen vorzunehmen, welches wiederum die Spendenströme grundlegend beeinflussen wird.

Wie weit die Transparenz gehen kann zeigt u.a. die neue Website Philanthropy In/Sight, die es auf einer google map übersichtlich nachzuvollziehbar macht, in welchen Regionen und für welche Themen Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen ihre Gelder ausgeben. In die gleiche Richtung gehen eine Reihe von Websites wie Where Does My Money Go?, die aufzeigen, wo öffentliche Gelder (in diesem Fall in Großbritannien) ausgegeben werden. Einen erhellenden Post zu den neuen Transparenzforderungen hat Giulio Quaggiotto auf dem PSD Blog der Weltbank geschrieben.

Erweiterte Realität
Vom gleichen Autor stammt auch eine Übersicht zu Development Squared, dem Nachfolger von Development 2.0., in dem er die Implikationen der neuesten Webtechnologien wie augmented reality (erweiterte Realität) für den entwicklungspolitischen Sektor skizziert. Wenn es schon jetzt mit Googles neuem goggles möglich ist, Informationen über seine Umgebung zu erhalten, einfach indem man sie (ein Gebäude, einen Berg oder ein Produkt) mit seinem Handy aufnimmt, sollte es bald auch möglich sein, Informationen zu einem Brunnen, einem Flüchtlingslager oder einer Gesundheitsstation einfach verfügbar zu machen.

Wo ist das deutsche Verzeichnis gemeinnütziger Organisationen?
Während für Bernholz in den USA „Impact Investing“ eines der wichtigsten Buzzword 2009 war, d.h. eine Neuausrichtung auf quantifizierbare finanzielle, soziale und ökologische Wirkungsmessungen, ist diese Entwicklung in Deutschland gerade mal bei den großen Stiftungen angekommen, spielt aber für den einzelnen Privatspender eine sehr untergeordnete Rolle. Umfragen zufolge möchte zwar auch der deutsche Spender wissen, wo sein Geld hingegangen ist und welchen Unterschied es gemacht hat, von einer Forderung nach Standards, die auch nur ansatzweise denen in der Wirtschaftswelt üblichen ähneln, sind wir aber noch weit entfernt.

In Deutschland wird der erste Schritt in diese Richtung sein, überhaupt ein leicht zugängliches Verzeichnis gemeinnütziger Organisationen zu etablieren. Nach dem Scheitern von Guidestar in Deutschland wird dies eine der Herausforderungen der nächsten Jahre werden. Anknüpfungspunkte sind dabei u.a. Transparency Internationals Transparenzinitiative für den deutschen sozialen Sektor, in Folge derer ein Katalog von wünschenswerten Offenlegungspflichten erarbeitet wurde, von denen wir uns wünschen, dass sie breite Akzeptanz finden.

Im vierten und letzten Teil des Jahresrückblicks geht es um neue Entwicklungen im Crowdsourcing.

Jahresrückblick 09 – Jahresvorschau 10 2. Teil

Uns bei betterplace interessieren natürlich insbesondere die Veränderungen im sozialen Sektor, die durch digitale Technologien hervorgerufen werden.

Online-Fundraising entwickelt sich weiter – ist aber immer noch eine kleine Nummer
2009 haben immer mehr deutsche Organisationen die Potentiale der social media für sich entdeckt. Fundraising-Ausbildungen verzeichneten zum ersten Mal eine explizite Nachfrage nach „mehr Online-Inhalten“. Für kleine und mittlere Vereine und Stiftungen ist eine Website mittlerweile unverzichtbar, während große Hilfsorganisationen aufs Internet spezialisierte Kommunikationsexperten einstellten und ihre Internetseite auffrischten. Viele deutsche Fundraiser meldeten sich dieses Jahr erstmalig auf twitter und facebook an und 2010 werden wir erste groß angelegte Kampagnen sehen, die deren Potential für eine jüngere Spendergruppe ausloten.

Aber noch sind wir in Deutschland weit davon entfernt wirklich signifikante Summe übers Internet einzusammeln – anders als in den USA, wo ein Aufruf in Minnesota letzten Monat innerhalb von 24 Stunden 14 Millionen US$ für 3.200 gemeinnützige Organisationen einbrachte – werden hierzulande nur zwischen 1-3% aller Spenden Online gewonnen. Auf einer renommierten, mehrtägigen Tagung im Wissenschaftszentrum Berlin zum Thema “Warum spenden wir?” ging nur ein einziger Vortrag (meiner;-) auf Online-Fundraising ein. Bei allen Erfolgen, die deutsche Online Spendenplattformen wie betterplace.org und helpedia erzielten, haben wir alle zusammen – wie helpedia Gründer Sebastian Schwieker kritisch anmerkt – in einem Jahr weniger eingesammelt als Just Giving in 2 Wochen. (Just Giving wurde 2009 in Großbritannien endgültig zum Household-name und hat die 500 Millionen Pfund Spendenmarke deutlich durchbrochen.)

Mitten in der Lernphase
In diesem Sinne ist 2009 für uns im betterplace Organisationen- und Projekteteam ein Jahr, in dem Organisationen und Plattformen einen wichtigen Lernprozess begonnen haben und sich zunehmend ernsthaft damit auseinander gesetzt haben, wie das Netz Fundraising und die Kommunikation mit Spendern verändert. Diesen Lernprozess möchten wir mit allen teilen: z.B. durch unsere Good Practice Fallbeispiele und die bald erscheinende Online Fundraising Toolbox.

Wie soziales Engagement durch neue Medien bereichert und umdefiniert werden kann, konnten wir dann noch eindrucksvoll in den letzten Tagen dieses Jahres sehen: Innerhalb von 18 Tagen kamen durch Aufrufe in Blogs, auf twitter und facebook, die für den Erhalt eines kleinen Berliner Blumenladens notwendigen 10.000€ zusammen. Aufrufe wie dieser aktivieren eine ganz neue Unterstützerschar – Menschen, darunter viele so genannte Digital Natives, die sich nicht von der “Woche des bürgerschaftlichen Engagements” angesprochen fühlen – die aber bereit sind, sich im Netz und darüber hinaus mit ihrem Wissen, Geld und Netzwerk für soziale Missstände einzusetzen.

In Teil 3 des Jahresrückblicks wird es um Transparenz und Development 2.0. gehen.

Was war 2009 – was kommt 2010? 1.Teil

Zwischen den Jahren möchte ich einen kleinen Jahresrückblick in Etappen machen – verbunden mit einer Vorausschau auf betterplace.org und den sozialen Sektor in 2010.

Spendenvolumen trotz Krise nur leicht verringert
Im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, wie sich die Wirtschaftskrise auf das Spendenverhalten auswirken würde. Während sich in den USA die Höhe der durchschnittlichen Einzelspende im Gegensatz zum Vorjahr halbiert hat und fast alle non-profit Organisationen von gravierenden finanziellen Einbußen berichteten, hat sich die Finanzkrise in Deutschland auf das Spendenvolumen (jedenfalls im ersten Halbjahr) weniger negativ ausgewirkt. Zwar ist das Spendenaufkommen leicht verkleinert – der Vize-Vorstand des Deutschen Spendenrats rechnet mit 5% weniger Spenden, die vor allem mit einer zunehmenden Angst um den Job und geringeren Renditen bei Rentnern zusammenhängen. Doch der Rückgang scheint hauptsächlich darauf zurückzuführen zu sein, dass die Einkünfte 2008 in Folge von Naturkatastrophen in Birma und China, Pakistan und Indien untypisch hoch waren und Organisationen 2009 weniger (sehr teure) Spendenbriefe rausschickten und dementsprechend weniger Einnahmen verzeichnen konnten.

Kleine Spendenorganisationen werden bevorzugt
Dieses Jahr haben die Deutschen eher an kleine gemeinnützige Organisationen gespendet, als an die großen “üblichen Verdächtigen”. Dieser Trend konnte in einem Experiment des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim belegt werden. An dem Versuch beteiligten sich 223 Personen zwischen 18-75 Jahren, die repräsentativ aus der deutschen Bevölkerung ausgesucht worden waren und im Labor reale Spendenentscheidungen trafen (in den sonst üblichen Umfragen beantworten Testpersonen nur hypothetische Fragen, ohne selbst Geld einzusetzen).

In 73% der Fälle wurden kleine Organisationen bevorzugt (als klein gelten Einrichtungen, die zwischen 40.000 – 300.000€ im Jahr einnehmen). Nur 27% zogen eine große Institution vor. Dahinter steckt zum einen eine Vertrauenskrise: nicht wenige Spender fragen sich, ob in großen Organisationen ihre Spenden nicht einfach in der Verwaltung und in Beraterhonoraren verschwinden, statt soziale Mißstände wirklich zu beseitigen. Laut Spendenrat fordern Geber heute mehr Klarheit und wollen Einblick in die Projekte und Bilanzen nehmen. (Nun muss man allerdings sagen, dass diese Transparenz bei kleinen Organisationen nicht per se größer ist als bei großen und Verwaltungskosten für gute Arbeit notwendig sind. Es ist eher eine Frage der Relation und der Qualität der Arbeit, die geleistet wird).

Der Trend hin zu kleineren Organisationen deckt sich aber mit denen in anderen Branchen. Ob im Musikhandel oder im Buchmarkt: Im Zuge der Digitalisierung wird der Massenmarkt durch eine Masse von Nischenmärkten abgelöst.

Beim Online Buchhändler amazon übersteigt die Summe der Verkäufe der vielen niedrigauflagigen Nischenbücher – wissenschaftlichen Abhandlungen, Gedichtbänden, Memoiren – die der wenigen Bestseller.  Übertragen auf den sozialen Sektor bedeutet das: Die kleinen Summen, die Du und ich für einen Verein in Brandenburg oder ein Sozialprojekt in Mosambik spenden, haben ein größeres Volumen, als die Spendengelder, die bei den großen, bekannten Hilfsorganisationen landen.

2010 wird der Long Tail der Hilfe noch bedeutsamer
Immer mehr Menschen werden Plattformen wie betterplace.org, global giving oder Help India nutzen, um eine zu ihren Interessen passende Organisation zu finden. Plattformen bieten kleinen und mittelgroßen Organisationen eine größere Sichtbarkeit, als sie es bislang hatten. Aber auch große Hilfsorganisationen, die ihre Arbeit anschaulich darstellen und über die Verwendung der Gelder authentisch Rechenschaft ablegen können, werden immer mehr Spender an sich binden können.

Zugleich gewinnen lokale Projekte wie auch schon 2009 mehr an Bedeutung. In Zeiten der Krise engagieren sich Menschen stärker vor Ort: dort nimmt die Not zu und Spender können im Zweifelsfalle auch mal bei der Organisation vorbeigehen, um sich von deren Arbeit zu überzeugen.

Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks wird es um die Veränderungen gehen, die digitale Technologien im Sektor bewirken – und um die Entwicklung des Online Fundraising in Deutschland.

WWWeihnachtsmärchen: „Blumenladen an der Ecke“ gerettet

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Einen Tag vor Weihnachten – und einen Tag vor seinem Aus – konnte der kleine Blumenladen „Der Garten“ in Berlin-Charlottenburg gerettet werden – dank der Initiative von Sachar Kriwoj, PR-Berater, Blogger und 144 Unterstützern aus ganz Deutschland auf betterplace.org.

Alles begann am Nikolaustag, dem 6. Dezember. Da berichtete Sachar in seinem blog Massenpublikum, dass der Berliner Lieblingsblumenladen seiner Freundin am 24. Dezember geschlossen werden müsste, nachdem dem Besitzer, Dirk Komorr-Hoang, aufgrund einer monatelangen Krankheit die Einnahmen weggebrochen waren. Sachar wollte das nicht hinnehmen und sammelte spontan unter Freunden 4.000€ zusammen, doch für den Erhalt des Betriebs fehlten noch weitere 6.000€.

Sachars Aufschrei wurde von vielen gelesen. Seine 2281 twitter-Follower griffen die Geschichte auf und kommentierten im blog und der facebook Fanseite Rettet den kleinen Blumenladen mit Herz. Von soviel spontanem Interesse ermutigt, stellte Sachar den Blumenladen als Projekt bei betterplace.org ein

Und dann nahm das Projekt seinen Lauf durchs Web: weitere Blogs verlinkten, Twitter spuckte beinahe minütlich neue Meldungen zum Schlagwort „Blumenladen“ aus.

Innerhalb der nächsten 10 Tage kamen so 2.500 weitere Euro zusammen. Dann stagnierte das Projekt, bevor ein weiterer Aufmerksamsschub kam – diesmal ausgelöst von Printmedien wie Weltkompakt und die Berliner Morgenpost, die über die Aktion berichteten. Ein Beitrag in der Berliner Abendschau erreichte noch mal ein anderes Zielpublikum – unter anderem eine Rentnerin, die in den Blumenladen herrein kam und Herrn Komorr-Hoang 500 Euro in bar überreichte, mit den Worten: „Mein Mann und ich haben unser ganzes Leben gearbeitet, gutes Geld verdient. Unsere Kinder sind erwachsen. Ich habe gestern den Beitrag in der Berliner Abendschau gesehen und fühlte mich an unsere Anfangszeiten erinnert. Unser Geld befindet sich bei Ihnen in guten Händen.“

Im blog stellte Sachar noch ein kleines Video mit dem Blumenhändler ein, so dass sich jeder selbst einen Eindruck vom Projekt und seinem Begünstigten verschaffen konnte.

Und dann ging es plötzlich wieder los, mit den Spenden. Minütlich kamen neue Unterstützer hinzu und wurden vom Projektinitiator und seinen social media Kollegen angefeuert. Heute morgen fehlten dann nur noch wenige Hundert Euro. Die spendete niemand geringeres als das Internet-Schwergewicht Sascha Lobo und verschaffte damit – gemeinsam mit 143 anderen Spendern – Dirk Komorr-Hoang und seinem „Blumenladen an der Ecke“ eine neue Perspektive für die Zukunft.

Dirk Komorr-Hoang traf die Nachricht in seinem Blumenladen: „Ich bin einfach nur glücklich. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass das wirklich klappen könnte. Ganz großen Dank an alle, die sich an der Aktion beteiligt haben!“

Auch Sachar bedankte sich im Blog und die Rettung des kleinen “Blumenladens um die Ecke” macht momentan die Runde durch twitter+Co.

Wie Sachar schreibt:

Das Social Web ist social – wenn wir es wollen.

Fröhliche Weihnachten.

Jetzt mit Payback Punkten kleine und große Hilfsprojekte unterstützen

Payback-Logo

Als erstes Unternehmen in Deutschland ermöglicht Payback gemeinsam mit der Spendenplattform betterplace.org eine völlig neue Art des Spendens

Die Patenschaft für ein Kinderbett im Kinderhospiz Bärenherz in Leipzig, Legasthenie-Trainingsstunden für Kinder aus sozial schwachen Familien bei Lichtblick Hasenbergl in München, Schulbücher für Kinder, die im größten Slum der Welt in Kenia leben müssen: Egal, ob es sich um ein Hilfsprojekt in der Nachbarschaft, in Deutschland oder an einem fernen Brennpunkt der Erde handelt, Millionen von Payback Mitgliedern ist es ab sofort möglich, mit ihren gesammelten Punkten Gutes tun. Sie können in der neu geschaffenen Payback Spendenwelt den Gegenwert ihrer gesammelten Punkte zu 100 Prozent konkreten Hilfsprojekten zur Verfügung stellen. Zuvor wählen sie “ihr” Projekt selbst aus und verfolgen dann den Fortschritt online mit.

Die Payback Spendenwelt wurde mit dem Know-how von betterplace.org konzipiert und umgesetzt. “Die Spendenphilosophie von betterplace.org ist revolutionär und hat uns überzeugt”, so der Payback Geschäftsführer Burkhard Graßmann. “Payback übernimmt mit diesem Konzept eine Vorreiterrolle im Spendenbereich. Die Plattform ermöglicht, was Spender sich heute wünschen: persönliche, konkrete und im Detail nachvollziehbare Hilfe”, so der Spendenexperte und betterplace.org-Geschäftsführer Till Behnke.

Die Spender können sich jederzeit davon überzeugen, wie ihre Punkte vor Ort unbürokratisch und ohne Abstriche in direkte Hilfe umgewandelt werden. Anders als bei anonymen Spendenkonten fließt der Wert der gespendeten Punkte nicht in große Töpfe. Vielmehr hat jeder Payback Kunde einzelne, konkrete Projekte vor Augen – mit Menschen, die diese Herausforderungen initiieren, ihre Durchführung organisieren und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Sogar eigene Projekte können ins Leben gerufen werden. So ermöglicht die interaktive Payback Spendenwelt ihren Nutzern, selbst Gutes zu tun und wertvolle Eigeninitiative zu leisten. Voraussetzung für den Start eines Hilfsprojekts ist der Nachweis der Gemeinnützigkeit.

betterplace.org in den Slums der Welt

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Letzte Woche wurde in der CO Berlin eine eindrucksvolle Fotoinstallation von Jonas Bendiksen The Places We Live eröffnet. Jonas ist mit 32 Jahren der jüngste Fotograf der renommierten MAGNUM Agentur und hat zwischen 2005 und 2007 die Menschen in den Slums von Nairobi, Jakarta, Caracas und Mumbai in ihren winzigen Privatsphären fotografiert und ihre Lebensgeschichten aufgezeichnet. Diese sind in imaginären Hütten in der Ausstellung hör- und sehbar.

Seit 2008 gibt es erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Ein Drittel der urbanen Bewohner, also mehr als eine Milliarde, lebt auf engstem Raum in den Armutsviertel am Rande der Megacities. Die Slums, Shantytowns und Favelas in Asien, Afrika und Lateinamerika sind die am schnellsten wachsenden Wohnquartiere – einfache Behausungen aus Wellblech, Kartons und Bretterverschlägen, ein wild wuchernder Mikrokosmos. Was bedeutet es konkret, in diesen Enklaven der Armut zu wohnen? Wie richten die Bewohner sich im Notstand ein? Wie ist deren Alltag?

Mit seinen einzigartigen Nahaufnahmen bricht der norwegische MAGNUM-Fotograf mit den stereotypen Bildern von Slums und deren Bewohnern. Denn er zeigt nicht nur Armut, Müll, Hunger, Krankheit und Gewalt, sondern auch Zeichen der Hoffnung – liebevoll dekorierte Hütten, gastfreundliche Menschen, Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt.

Hauptsponsor der Ausstellung ist Payback, die gerade in Partnerschaft mit betterplace.org eine neue Spendenwelt geschaffen haben, auf der Payback-Kunden ihre Punkte an ausgewählte betterplaceProjekte ausgeben können. Gemeinsam mit Jonas Bendiksen haben wir deshalb auch ein Projekt ausgewählt, was während der Ausstellung per SMS bespendet werden kann:

Geben Sie Kindern in Kibera eine Chance ist ein Sportprojekt, welches von Auma Obama, der Schwester des amerikanischen Präsidenten ins Leben gerufen wurde und von Care International durchgeführt wird. Kibera – ein Slum in Nairobi, in dem auch Bendiksen wohnte und fotografierte – gilt als der größte Slum der Welt. Hier leben 1 Millionen Menschen auf drei Quadratkilometern zusammen, 65% davon sind HIV positiv. Um einigen der 600.000 Kindern einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen, bietet das Projekt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit Fußball und Basketball zu spielen.

Wir nutzen das gemeinsame Spiel, um uns mit ihren Themen und Problemen auseinanderzusetzen. So können wir über Aids und Malaria reden- über Respekt und Fairness. Gleichzeitig fördert der Sport die Sozialkompetenz, die Organisationsfähigkeit, das Konzentrationsvermögen, die Disziplin und die Toleranz der Kinder. Über den Sport können vor allem auch die Mädchen lernen sich zu behaupten und sich aktiv in die Gemeinschaft zu integrieren. Die erworbenen Kenntnisse können die Kinder auch in anderen Lebensbereichen anwenden – und so langfristig Armut und soziale Not überwinden.

Der Bayerische Rundfunk hat gerade ein schönes TV-Portrait über das Projekt und Auma Obama gemacht.

Schicken Sie doch auch eine SMS mit dem Stichwort ZUKUNFT an die 8 11 90. Damit spenden Sie  3,17€ , von denen 3€ direkt nach Kibera gehen (die 17cent behält Burda Digital, der Provider dieser Charity SMS, als Gebühr ein).

Oder – sollten Sie eine Paybackkarte haben, dann spenden Sie doch ihre Punkte auf das Projekt.

Eine Toolbox für betterplace.org

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Thilo Neumann, Sophie Massenberg, Jörg Tillmann und Katrin Schmidt mit ihrer Schatzkiste voller Online-Fundraising Materialien

Heute war ich in Hamburg zur Abschlusspräsentation eines Studententeams der Hamburg Media School, die in den letzten 3 Monaten Strategien und Instrumente entwickelt haben, mit denen soziale Organisationen befähigt werden, sich optimal im Netz (auf betterplace.org und darüber hinaus) zu präsentieren und so zu agieren, dass sie nachhaltig engagierte Unterstützer neu gewinnen und die Beziehungen zu bestehenden Unterstützern verbessern können.

Herausgekommen ist eine tolle, multimediale Toolbox für Projektverantwortliche, die wir im neuen Jahr allen betterplace-Nutzern zukommen lassen werden. Ihr könnte euch schon freuen!

Und nochmals einen herzlichen Dank an das HMS-Team für die frische Präsentation und Tobias Mölder aus dem Hamburger betterplace Büro für die gute Betreuung.

Wie erfolgreich bewähren sich Designinnovationen vor Ort?

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In den letzten Jahren sind eine Reihe von Designinnovationen für den Bottom of Pyramid Markt entwickelt worden und haben in Lifestyle-Magazinen, Ausstellungen (z.B. Design for the other 90%) oder Büchern, wie das gerade erschienene Design Revolution: 100 Products That Empower People für Furore gesorgt. Die wirklich relevante Frage ist jedoch, ob diese neuen Produkte auch bei den Bevölkerungen, für die sie entwickelt wurden, angenommen werden. Auskünfte darüber sind wesentlich schwerer erhältlich, insbesondere dann, wenn es sich nicht um absolute Erfolgsgeschichten handelt.

Als eine solche Design”revolution”, über deren Markterfolg ich gerne mehr wissen würde, wurde vor kurzem das Q Drum gefeiert - der rollende Wasserbehälter für ländliche Bevölkerungen, der Frauen entlasten sollte, die bislang die Wasserkanister auf ihren Köpfen trugen. Doch in afrikanischen Gemeinden ist das Q Drum offensichtlich (so wurde mir jedenfalls aus Designkreisen berichtet) an kulturellen Gewohnheiten gescheitert: Im Gegensatz zur traditionellen Tragemethode, bei der die Hände frei sind und insbesondere Kinder mitgetragen werden können, muss der neue Kanister geschoben werden. Das schont zwar den Nacken, steht aber dem gewohnten Multitasking im Wege.

Hätte eine genauere Analyse der Alltagsbeschäftigungen afrikanischer Frauen diese Hürde aufgezeigt und zu einem passenderen Entwurf geführt? Im aktuellen Stanford Social Innovation Review findet sich eine lesenswerte Zusammenfassung des Design Thinking Ansatzes, der schon für eine Reihe von sozialen Problemen wirksame, systemische Lösungen hervorgebracht hat und über den wir hier auch schon geschrieben haben.

Design Thinking zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass man sich Fragestellungen – wieso besuchen Schwangere das Gesundheitszentrum nicht, obwohl es kostenlose Vorsorge anbieten? Wieso schlafen Dorfbewohner nicht unter Moskitonetzen, obwohl sie wissen, dass diese sie vor Malaria schützen? – nicht aus der wissenschaftlichen Vogelperspektive (z.B. über Fragebögen und Fokusgruppen) nähert, sondern konkret vor Ort individuelles Verhalten von Menschen beobachtet und oft auch daran teilnimmt. Auf diese Wiese gelingt es das wirkliche Leben von Menschen, ihre konkreten Interessen und Bedürfnisse kennenzulernen.

Der SSIR-Artikel bietet ein paar gute Beispielen für Innovationen, die haarscharf an lokalen Bedürfnissen vorbei gedacht wurden und die durch eine empathischere Herangehensweise (wie sieht die Welt aus der Perspektive meiner Zielgruppe wirklich aus?) enorm an Wirksamkeit gewinnen könnten. Ich würde mich freuen, mehr solche “Design-Reality Stories” zu lesen.

Ein kurzer Hinweis zur Netiquette

Nichts freut uns bei betterplace mehr, als engagierte Besucher und Benutzer unserer Plattform. Dennoch geschieht es (selten und vereinzelt), dass sich ein paar Besucher nicht respektvoll mit Projekten und ihren Betreibern auseinandersetzen. Diesen schicken wir folgende mail und möchten sie auch mit allen anderen teilen.

Lieber betterplace-Nutzer,

auch auf unserer Plattform zeugt es von Respekt, wenn man sich den anderen Nutzern gegenüber nicht aufdringlich verhält. Wenn man sie nicht beleidigt. Wenn man nicht versucht, ihnen seine politischen Ansichten aufzudrängen. Wir bitten auch Sie, diese sogenannte Netiquette zu beachten. Dazu zählt auch, sich in Kommentaren kurz zu fassen. Das tun wir hiermit auch und verbleiben

mit freundlichen Grüßen,

Ihr betterplace-Team



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