Archiv für die Kategorie ‘Fundraising’

betterplace.org Spenden-Wettbewerb – Projekte warten auf Unterstützung

Wie vor kurzem hier im Blog angekündigt, läuft seit Montag der erste Spenden-Wettbewerb. Tolle Projekte haben sich dabei bereits eingestellt: Neben der vielleicht ersten Reise für Kinder des Cabuwazi-Zirkus über den Aufbau einer Krisenunterkunft für Kleinkinder oder Kletterausrüstung für die neue Kletterwand einer Familienfreizeitstätte, kann auch das interkulturelle Familienzentrum in Berlin Kreuzberg oder die Teilnahme von Sportlern mit geistiger Behinderung an den Special Olympics unterstützt werden. Die ersten Projekte konnten bereits Unterstützung gewinnen – das aktuelle Ranking/Leaderboard sieht dabei wie folgt aus:

1. Cabuwazi Kinder- und Jugendzirkus e.V.: Projekt Mal raus aus Berlin |  Bisherige Spenden: 174,- EUR  |  Vertrauensnetzwerk: 8

2. casablanca gGmbH: Projekt Aufbau einer Krisenunterkunft für Kleinkinder |  Bisherige Spenden: 20,- EUR  |  Vertrauensnetzwerk: 1

3. Nachbarschaftsheim Mittelhof e.V.: Projekt Ein Kletterlabor für Groß und Klein |  Bisherige Spenden: -  |  Vertrauensnetzwerk:  3

4.-5. Jugendwohnen im Kiez – Jugendhilfe gGmbH: Projekt Interkult. Familienzentrum Kreuzberg Waldemarstr. |  Bisherige Spenden: -  |  Vertrauensnetzwerk:  -

4.-5. Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin-Ost: Projekt Auf zu den Spielen von Special Olympics |  Bisherige Spenden: -  |  Vertrauensnetzwerk: -

Bis zum 12. April, 10:00 Uhr haben die äußerst engagierten Projektverantwortlichen Zeit, um möglichst viel Unterstützung zu werben. Weitere Informationen sowie das tagesaktuelle Ranking/Leaderboard gibt es in der eigens dafür eingerichteten facebook-Gruppe. Aber auch hier im Blog werde ich demnächst wieder über den aktuellen Zwischenstand berichten.

Erster betterplace.org Spenden-Wettbewerb – Ein Pilotprojekt

betterplac.org Spenden-WettbewerbGegen Ende letzten Jahres hielten Joana und ich einen ganztägigen Workshop zum Thema “Online Fundraising” innerhalb einer Fundraising Ausbildung von PROCEDO Berlin. Zehn interessierten VertreterInnen Berliner Organisationen gaben wir einen Überblick über die Entwicklung des Fundraising, vor allen Dingen in Hinblick auf die Entwicklung des Internets und erläuterten Good Practice Beispiele auf betterplace.org. Den Abschluss des Seminars bildete die praktische Übung, gemeinsam eine Organisation mit Projekt auf betterplace.org einzustellen.

Unser Vortrag, die Thematik und speziell auch betterplace.org stießen dabei auf so großes Interesse, dass wir spontan entschieden, zur Vertiefung einen kleinen Wettbewerb zu veranstalten. Und dieser beginnt nun am kommenden Montag, 10 Uhr – als Pilotprojekt.

Die teilnehmenden Organisationen sind angehalten, ein Projekt auf betterplace.org einzustellen und in den folgenden vier Wochen hierfür maximale Unterstützung zu aktivieren. Die Gewinnkriterien sind dabei mind. 1.000 EUR gesammeltes Spendenvolumen plus den größten Unterstützerkreis: Unterstützer + Fürsprecher + Besucher + Unternehmen (3 Punkte) + Teams (3Punkte)

Das Gewinner-Projekt des Wettbewerbs, der am 12. April, 10 Uhr zu Ende geht, übertragen wir in den Pool der Payback-Projekte, so dass dem Projekt dann auch Payback-Punkte gespendet werden können. Und natürlich berichten auf unseren Kanälen über das Gewinner-Projekt.

Hier im betterplace.org Blog werde ich kurz nach dem “Startschuss” die teilnehmenden Projekte auflisten und regelmäßig über den Fortschritt berichten und das aktuelle Ranking posten.
Bis dahin wünsche ich allen TeilnehmerInnen viel Erfolg bei der Projekt-Einstellung!

Haiti, 100 Prozent und die Verwaltungskosten.

Nach dem Erdbeben auf Haiti haben Millionen von Menschen nicht gezögert, mit Millionen von Euro zu helfen. Auch über betterplace.org sind Hilfsgelder für Haiti geflossen. 750.000 Euro haben die Menschen über betterplace gespendet und 750.000 Euro hat betterplace weitergeleitet.

Auf diese 100 Prozent sind wir sehr stolz. Deshalb steht der Satz bei uns auch auf jeder Seite links oben. Denn dass betterplace 100 Prozent der Spenden weiterleitet und dabei sogar Transaktionsgebühren übernimmt ist weltweit ziemlich einzigartig. Und macht Fundraising sehr, sehr effizient.

Aber was passiert eigentlich mit dem Geld, nachdem wir es zu 100 Prozent weitergeleitet haben?

1.

betterplace.org leitet die Spenden für erfüllte Bedarfe ohne Abzug an die projekttragende Organisation bzw. (bei einem Individualprojekt) an den projektverantwortlichen Nutzer weiter. Auf betterplace.org gibt es ja nicht nur Hilfsorganisationen, sondern auch Einzelpersonen, die Geld sammeln – wir möchten schließlich die ganze Bandbreite an Spendenmöglichkeiten auf betterplace.org abbilden. Nach dem Erdbeben von Haiti gingen die meisten Spenden über betterplace.org an Hilfsorganisationen. Große Hilfsorganisationen, die vor Ort dank Ihrer Spende schnell und effektiv Nothilfe leisten konnten.

2.

Nachdem wir das Geld zu 100 Prozent weitergeleitetet haben, wird es anschließend von der Organisation bzw. dem Projektverantwortlichen für die Realisierung des Zweckes verwendet, wofür in der Projektbeschreibung geworben und in den einzelnen Bedarfen konkret Spenden gesammelt wurde. So regeln es unsere Projektregistrierungsbedingungen. Wenn nun also in einem Projekt auf betterplace.org steht: „Wir brauchen 900 Euro für 10 Hilfsboxen für Haiti“, dann sind mit den von Ihnen gespendeten und von uns weitergeleiteten 900 Euro auch 10 Hilfsboxen für Haiti anzuschaffen (Abweichungen von unter 10 Prozent sind z.B. aufgrund Preis- und Währungsschwankungen zulässig).  Denn in unseren Projektregistrierungsbedingungen heißt es unter Absatz 5.3. „Spenden dürfen nur gemäß den Angaben in der Projektbeschreibung verwendet werden.“

3.

Wie detailliert die Organisation bzw. der Projektverantwortliche die Verwendung der Spenden beschreibt, liegt dabei allerdings nicht in unserer Hand. Manche machen das vorbildlich, andere können da noch besser werden. Wir appellieren an größtmögliche Transparenz. Ob eine Organisation schreibt: „900 Euro für 10 Hilfsboxen für Haiti“. Oder ob sie noch viel genauer darlegt, warum 10 Hilfsboxen für Haiti 900 Euro kosten, indem sie ausführt, dass die eigentliche Anschaffung der 10 Boxen 800 Euro kostet, der Flug nach Haiti aber zusätzlich noch mal 50 Euro, und der Mitarbeiter vor Ort, der die Boxen verteilt auch noch mal 50 Euro (Verwaltungskosten!) ausmachen, ist im Endeffekt zwar das selbe („10 Hilfsboxen nach Haiti zu bringen und dort zu verteilen kostet 900 Euro, die hätten wir gerne von Ihnen!“), aber wir von betterplace.org fördern natürlich ganz klar die detailliertere und anschauliche Verwendungsbeschreibung der Bedarfe, also inklusive Verwaltungs- und Werbekosten. Und wir werden das zukünftig auch in unserer Kommunikation an diese noch stärker fordern.

Aber wie können Verwaltungs- und Werbekosten transparent ausgewiesen sein?

  • Entweder indem diese Ausgaben jeweils in den Bedarfssummen enthalten sind, wie im obigen Haiti-Beispiel beschrieben oder wie es beispielsweise bei Action Medeor in der Projektbeschreibung genannt wird (Klick auf „…mehr“!)
  • Oder indem diese als eigener Bedarf „Verwaltungskosten“ bzw. „Werbekosten“ deklariert werden, wie z.B. hier bei Viva con Agua.
  • Und warum machen manche beides nicht? Es gibt auch Organisationen bzw. Individuen, die betterplace.org ausschließlich als  Spendenkanal für sehr konkrete Dinge nutzen und ihre Verwaltungs- und Werbekosten nur über andere Kanäle generieren.

(Wie das Ihr Lieblingsprojekt handhabt? Stellen Sie doch einfach eine Frage in der Sektion „Frage&Antworten“ auf der entsprechenden Projektprofilseite!)

Wir sind überzeugt, dass eine solche Transparenz zu mehr Vertrauen und damit zu mehr Spenden führt. Man darf ja bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, dass Verwaltungskosten nichts Schlechtes sind: gute Projekte müssen natürlich gut verwaltet werden.

Dem Spender gegenüber werden wir unsere Kommunikation zu diesem Thema übrigens auch noch besser machen. Dass noch klarer wird, was mit dem vom Spender gespendeten Geld passiert: Wir als betterplace.org leiten die Spende zu 100 Prozent an die projekttragende Organisation bzw. den Projektverantwortlichen weiter. Und die Organisation bzw. der Projektverantwortliche hat das Geld zu 100 Prozent zur Realisierung dessen zu verwenden, wie es in der Projektbeschreibung beschrieben und in den Projektbedarfen (je exakter und transparenter, desto besser!) konkret gemacht wurde.

betterplace funktioniert: Winterschuhe für Obdachlose

115928Schon lange hat Deutschland keinen so langen und kalten Winter mehr erlebt. Aber während wir uns abwechselnd über den Schnee freuen (Schlitten fahren, Schneeballschlachten) oder ärgern (Matsch, Verspätungen, Glätte), trifft es insbesondere die Obdachlosen in unserem Lande doppelt hart. Nicht nur nachts ist es schwierig einen warmen und trockenen Ort zu finden, oftmals fehlt es auch an wärmender Kleidung. Die Berliner Stadtmission hat deshalb im Rahmen ihrer Kältehilfe für Obdachlose auf betterplace.org ein Projekt eingestellt. Neben Geld für Notübernachtungen und medizinische Erstversorgung, hat die Stadtmission auch explizit Gelder für die Anschaffung von Winterschuhen gesammelt. Und die betterplace.org Nutzer haben diesen Bedarf gerne erfüllt. Vor knapp einer Woche nun sind die Schuhe an die Obdachlosen übergeben worden. Konkrete Hilfe also, die ankommt. Fotos von der Übergabe und wie es zu der kleinen Bildergeschichte kam, können im Projekt-Blog nachgelesen und angesehen werden. Und hier kann das Projekt natürlich weiterhin unterstützt werden – vielen Dank!

Valentinstag: Gemüse und Blumen

Kurz vor Weihnachten haben die betterplace Nutzer für ein kleines Märchen gesorgt und den Blumenladen “Der Garten” von Dirk Komorr-Hoang in Berlin vor dem drohenden Aus gerettet (vgl. unseren Blogeintrag hier). Zum Valentinstag will Dirk nun selbst etwas Gutes tun und bittet seine Kunden um Unterstützung für das Projekt ‘FoodTents’ in Südafrika. Der Verein Heart errichtet in Südafrika Lebensmittelzelte für Schulkinder. In den Zelten befinden sich kleine Gärten, welche die Ernährung von 50­ – 80 Kindern für ein Jahr sicher stellen. Beim Kauf eines Blumenstraußes gibt es am Valentinstag für eine Spende von 2,50 Euro an FoodTents eine blumige Überraschung. Und hinterher kann man den Projektverlauf der Lebensmittelzelte wie gewohnt auf betterplace.org mitverfolgen. Eine schöne Idee für eine Offline-Aktion, an der man trotzdem online partizipieren kann. Oder wie Dirk es selbst sagt: “Blumen bringen Freude – Pflanzen machen gesund – Gemüse ändert das Leben – Ich mag dieses Projekt!”

Der Blumenladen “Der Garten” befindet sich in der Windscheidstraße 22 in 10627 Berlin. Oder Ihr schaut mal auf dieser Webseite vorbei: http://www.dergarten.betterplace.org/ Am Valentinstag hat er von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Projektfortschritt Schritt für Schritt verfolgen

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“Es geht voran” – heute in der Choki Traditional Arts School, die Schule für Kinder aus verarmten Regionen in Bhutan eine Berufsausbildung ermöglicht und die für Stephan und mich am Anfang von betterplace.org stand. Im letzten Jahr veranstalteten die Jugendlichen von betterplace junior eine Reihe von Aktionen, von einem Gebäckstand an ihren Schulen und Flohmarktverkäufen bis hin zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit Alba Berlin und Vattenfall Europe, bei denen über 4.000€ zusammenkamen.

Vor 2 Monaten fingen die Bauarbeiter gemeinsam mit Schülern der Choki Arts School mit der Konstruktion des Platzes an – heute informiert die Schulleiterin Sonam Choki betterplace-Spender über den Projektfortschritt in Wort und Bild.

Und als spezielles Dankeschön erreichte die Jugendlichen dann noch ein großes, schweres Paket aus Bhutan: die Schüler der Choki School, die in den traditionellen Künsten des Landes, Malerei und Schnitzerei, unterrichtet werden, haben für alle betterplace juniors kleine Masken geschnitzt und ihnen geschenkt.

VIELEN DANK!

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Daniela, Tim, Rebecca, Komang, Lilian and Vico from betterplace junior

Verdrängt Haiti-Hilfe Spenden für andere Projekte?

In seinem Beitrag zur Haiti-Hilfe prognostizierte Alexander Glück, “Initiativen, die nicht in Haiti engagiert sind, stehen vor einem Spendeneinbruch”. Diese Frage haben wir auch im Team diskutiert – und auf der Basis von betterplace.org analysiert.

Mehr Spenden für Haiti – mehr Spenden für andere Projekte
Und siehe da, das Gegenteil ist der Fall! Im Vergleich zu den Vormonaten weisen unsere Zahlen zwischen dem 15. – 26. Januar 2010 ganz eindeutig darauf hin, dass viele Menschen, die auf Haiti-Projekte gespendet haben, zur gleichen Zeit auch noch andere Projekte unterstützen. Sind sie erstmal auf der Plattform und in Spendenlaune schauen sie sich auch Projekte an, die nichts mit Katastrophenhilfe zu tun haben und drücken auf den Spendenknopf.

Engagement ist offensichtlich kein Nullsummenspiel. Und das freut uns sehr!

Fundraising2.0Camp – Be there or be square!

fc20 Am Freitag 22.01.2010 fand das Fundraising2.0Camp im Hub in Berlin Kreuzberg statt. Da das für uns eine Art Heimspiel ist, waren wir mit einem Großaufgebot dabei. Die lockere Atmosphäre machte es einfach viele spannende Menschen kennen zu lernen und bereits bestehende Kontakte zu pflegen. Es waren kleine und große Organisationen da. Webaffine und Einsteiger. Auch mit Vertretern verschiedener Unternehmen konnte man ungezwungen ein Pläuschchen halten. Insgesamt also eine interessante Mischung.

Nach Begrüßung und Sessionplanung gab es zwei Sessions-Slots morgens. Gefreut haben wir uns sehr darüber, dass Katrin und Jörg unsere Bewertungsmethode von Projekten in ihrem Jahresrückblick besonders betonten. Im Anschluss an eine leckere Stärkung gab es dann erneut eine Sessionplanung und 3 weitere Sessions-Slots am Nachmittag. Insgesamt waren es 16 Sessions.

Für jeden Geschmack war thematisch etwas dabei. Es wurden Grundlagen des Fundraisings 2.0 diskutiert, innovative Wege aufgezeigt und Chancen und Risiken abgewogen. Björns Präsentation zur Nachmittagssession „Facebook für NGOs mit Schwerpunkt Fundraising“ könnt hier herunterladen.

Unter dem Strich wurde klar: Modernes Fundraising sollte die Möglichkeiten nutzen, die neue technische und soziale Entwicklungen wie das Web 2.0 bieten. Gerade kleine Organisationen können aufgrund der niedrigen Eintrittsbarrieren hiervon profitieren. Wichtig dabei ist eine an das jeweilige Medium angepasste Botschaft.

Vielen Dank nochmals an die Organisatoren und Sponsoren des Camps. Es war eine tolle Plattform für den direkten und kreativen Ideenaustausch. Wie Alexa zu Beginn der Veranstaltung schon sagte: Das Fundraising2.0Camp ist Web 2.0 zum Anfassen.

Fünf Prognosen zur Haiti-Hilfe – von Alexander Glück

Im Zuge der Katastrophe in Haiti kommen über betterplace.org täglich sehr viele Spenden für Organisationen zusammen, die in der Nothilfe engagiert sind, von Care International über das Deutsche Rote Kreuz bis zu dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft. Unser Gastblogger Alexander Glück setzt sich sehr kritisch mit diesem Thema auseinander. Bestimmt teilen nicht alle aus dem betterplace Team alle seine fünf Thesen, aber wir finden es wichtig, dass auch diese Sicht auf die Nothilfe-Aktionen eine Stimme bekommt und sind gespannt auf Eure Meinung:

Kaum schreibt man ein kritisches Buch zum Spendenwesen, steht schon die nächste Großspendenaktion ins Haus und bestätigt die Mechanik, die in “Die verkaufte Verantwortung” (Essen: Stiftung & Sponsoring, 2009) ausführlich beschrieben ist. Wenn die darin enthaltenen Aussagen stimmen, wird man sich demnächst auf Entwicklungen einstellen müssen, die folgende Prognosen zulassen:

1.. Es werden neue Spendenrekorde aufgestellt. Der Akuthilfe bringt das zunächst nichts.

Täglich signalisieren die Massenmedien, daß schon jetzt das Spendenaufkommen alle Erwartungen übersteigt, trotzdem blenden sie permanent Kontonummern ein, verknüpft mit wirkungsstarken Schicksalsbildern. Die Frontleute wie Anne Will, Thomas Gottschalk und als Bild-Kolumnistin sogar Angela Merkel verstärken den bereits vorhandenen Druck und rufen zu immer neuen Spenden auf, möglichst ohne Verwendungszweck, damit die Mittel für einen wirkungsvollen Einsatz verfügbar sind.

Die Probleme im Erdbebengebiet sind jedoch logistischer und technischer Natur, während die benötigten Ressourcen in großer Menge bereits vorhanden sind. Obwohl die Medien es suggerieren, rettet eine Geldzahlung, gleich in welcher Höhe, kein einziges jetzt noch verschüttetes Kind.

2.. Haiti steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel.

Die eingeworbenen Mittel finanzieren nicht die Soforthilfe, sondern füllen die Kassen der Initiativen, die damit langfristige Aufbauprojekte finanzieren. Das ist gut und hilfreich, wird jedoch kaum thematisiert. Mit dem Wiederaufbau gehen Verteilungs- und Zuteilungskonflikte einher; ohne funktionierende Strukturen wird es zu Ungerechtigkeiten und Begünstigungen kommen. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, daß es in Haiti eine Oligarchie gibt, die schon vor der Katastrophe auf Kosten der breiten Bevölkerung lebte und sich auch aus dieser Mittelverteilung zu finanzieren versuchen wird. Der kommende Strukturwandel kann alte Ausbeutungsverhältnisse überwinden helfen, dafür jedoch neue entstehen lassen.

3.. Initiativen, die nicht in Haiti engagiert sind, stehen vor einem Spendeneinbruch.

Wer für Haiti spendet, wird diesen Betrag nicht mehr für eine andere Initiative einsetzen können. So wichtig die Finanzierung von langfristigen Projekten in Haiti ist, gerät in der jetzigen Spendenhysterie schnell aus dem Blickfeld, daß sehr viele andere, ebenfalls dringende Projekte künftig deutlich weniger an Spenden einnehmen werden, weil sehr viele Menschen sich nach getaner Haiti-Spende gegen eine weitere Zahlung an ein anderes Projekt entscheiden werden.

4.. Die Haiti-Thematik wird daher vermehrt auch von dort inkompetenten Initiativen bedient werden.

Schon bei der Tsunami-Katastrophe konnte beobachtet werden, wie Werbeagenturen und Fundraiser verschiedene Initiativen zu einer Übernahme dieser Thematik gedrängt haben, um ihre Spendeneinnahmen zu steigern. Dies wird sich jetzt wiederholen. Die meisten dieser Initiativen sind jedoch auf dieses Engagement nicht vorbereitet und riskieren hinsichtlich ihrer Kompetenz einen Ansehensverlust.

5.. Haiti kommt dauerhaft unter Kontrolle der Vereinigten Staaten.

Die Militärpräsenz der USA in Haiti sichert augenscheinlich die jetzt erforderlichen Strukturen für eine schnelle und effektive Verteilung der benötigten Hilfe. Das geradezu invasionsartige Auftreten der US-Soldaten wird aller Voraussicht nach für mindestens zwei Jahrzehnte zum Dauerzustand werden und ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in direktem Zusammenhang mit der Hilfe für die Erdbebenopfer stehen.

Alexander Glück

www.der-spendenkomplex.de.tt

betterplace works!

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betterplace.org funktioniert, meinen wir. Um diese These zu untermauern haben wir eine Broschüre zusammengestellt, die nicht nur „betterplace works!“ heißt, sondern an Hand verschiedener Beispiele zeigt, warum das so ist. Geschichten über die großen Projekte „Cinema Jenin“, „X-Runner“ oder „Skateistan“ erzählen davon, welche Rolle betterplace.org für deren Erfolg gespielt hat und immer noch spielt.

Wir konnten aber auch junge Fotografen der Fotoschule Ostkreuz gewinnen, verschiedene betterplace-Projekte zu fotografieren – die Fotostrecken sind sehr schön anzuschauen. Joana Breidenbach hat einen interessanten Text über die „Revolution im Spendemarkt“ geschrieben, den Daniel Stolle illustriert hat (auch sehr schön anzuschauen). Aber auch Grundsätzliches wie einen Geschäftsbericht finden Sie in betterplace works! Und noch einiges mehr…

Falls Ihr Interesse über das pdf hinaus geht, schicken wir Ihnen auch eine gedruckte Version (solange der Vorrat reicht). Eine E-Mail an dbu(at)betterplace.org (Dennis Buchmann) genügt.



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