Archiv für die Kategorie ‘Projekte’

betterplace funktioniert: Winterschuhe für Obdachlose

115928Schon lange hat Deutschland keinen so langen und kalten Winter mehr erlebt. Aber während wir uns abwechselnd über den Schnee freuen (Schlitten fahren, Schneeballschlachten) oder ärgern (Matsch, Verspätungen, Glätte), trifft es insbesondere die Obdachlosen in unserem Lande doppelt hart. Nicht nur nachts ist es schwierig einen warmen und trockenen Ort zu finden, oftmals fehlt es auch an wärmender Kleidung. Die Berliner Stadtmission hat deshalb im Rahmen ihrer Kältehilfe für Obdachlose auf betterplace.org ein Projekt eingestellt. Neben Geld für Notübernachtungen und medizinische Erstversorgung, hat die Stadtmission auch explizit Gelder für die Anschaffung von Winterschuhen gesammelt. Und die betterplace.org Nutzer haben diesen Bedarf gerne erfüllt. Vor knapp einer Woche nun sind die Schuhe an die Obdachlosen übergeben worden. Konkrete Hilfe also, die ankommt. Fotos von der Übergabe und wie es zu der kleinen Bildergeschichte kam, können im Projekt-Blog nachgelesen und angesehen werden. Und hier kann das Projekt natürlich weiterhin unterstützt werden – vielen Dank!

Valentinstag: Gemüse und Blumen

Kurz vor Weihnachten haben die betterplace Nutzer für ein kleines Märchen gesorgt und den Blumenladen “Der Garten” von Dirk Komorr-Hoang in Berlin vor dem drohenden Aus gerettet (vgl. unseren Blogeintrag hier). Zum Valentinstag will Dirk nun selbst etwas Gutes tun und bittet seine Kunden um Unterstützung für das Projekt ‘FoodTents’ in Südafrika. Der Verein Heart errichtet in Südafrika Lebensmittelzelte für Schulkinder. In den Zelten befinden sich kleine Gärten, welche die Ernährung von 50­ – 80 Kindern für ein Jahr sicher stellen. Beim Kauf eines Blumenstraußes gibt es am Valentinstag für eine Spende von 2,50 Euro an FoodTents eine blumige Überraschung. Und hinterher kann man den Projektverlauf der Lebensmittelzelte wie gewohnt auf betterplace.org mitverfolgen. Eine schöne Idee für eine Offline-Aktion, an der man trotzdem online partizipieren kann. Oder wie Dirk es selbst sagt: “Blumen bringen Freude – Pflanzen machen gesund – Gemüse ändert das Leben – Ich mag dieses Projekt!”

Der Blumenladen “Der Garten” befindet sich in der Windscheidstraße 22 in 10627 Berlin. Oder Ihr schaut mal auf dieser Webseite vorbei: http://www.dergarten.betterplace.org/ Am Valentinstag hat er von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Projektfortschritt Schritt für Schritt verfolgen

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“Es geht voran” – heute in der Choki Traditional Arts School, die Schule für Kinder aus verarmten Regionen in Bhutan eine Berufsausbildung ermöglicht und die für Stephan und mich am Anfang von betterplace.org stand. Im letzten Jahr veranstalteten die Jugendlichen von betterplace junior eine Reihe von Aktionen, von einem Gebäckstand an ihren Schulen und Flohmarktverkäufen bis hin zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit Alba Berlin und Vattenfall Europe, bei denen über 4.000€ zusammenkamen.

Vor 2 Monaten fingen die Bauarbeiter gemeinsam mit Schülern der Choki Arts School mit der Konstruktion des Platzes an – heute informiert die Schulleiterin Sonam Choki betterplace-Spender über den Projektfortschritt in Wort und Bild.

Und als spezielles Dankeschön erreichte die Jugendlichen dann noch ein großes, schweres Paket aus Bhutan: die Schüler der Choki School, die in den traditionellen Künsten des Landes, Malerei und Schnitzerei, unterrichtet werden, haben für alle betterplace juniors kleine Masken geschnitzt und ihnen geschenkt.

VIELEN DANK!

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Daniela, Tim, Rebecca, Komang, Lilian and Vico from betterplace junior

betterplace.org in den Slums der Welt

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Letzte Woche wurde in der CO Berlin eine eindrucksvolle Fotoinstallation von Jonas Bendiksen The Places We Live eröffnet. Jonas ist mit 32 Jahren der jüngste Fotograf der renommierten MAGNUM Agentur und hat zwischen 2005 und 2007 die Menschen in den Slums von Nairobi, Jakarta, Caracas und Mumbai in ihren winzigen Privatsphären fotografiert und ihre Lebensgeschichten aufgezeichnet. Diese sind in imaginären Hütten in der Ausstellung hör- und sehbar.

Seit 2008 gibt es erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Ein Drittel der urbanen Bewohner, also mehr als eine Milliarde, lebt auf engstem Raum in den Armutsviertel am Rande der Megacities. Die Slums, Shantytowns und Favelas in Asien, Afrika und Lateinamerika sind die am schnellsten wachsenden Wohnquartiere – einfache Behausungen aus Wellblech, Kartons und Bretterverschlägen, ein wild wuchernder Mikrokosmos. Was bedeutet es konkret, in diesen Enklaven der Armut zu wohnen? Wie richten die Bewohner sich im Notstand ein? Wie ist deren Alltag?

Mit seinen einzigartigen Nahaufnahmen bricht der norwegische MAGNUM-Fotograf mit den stereotypen Bildern von Slums und deren Bewohnern. Denn er zeigt nicht nur Armut, Müll, Hunger, Krankheit und Gewalt, sondern auch Zeichen der Hoffnung – liebevoll dekorierte Hütten, gastfreundliche Menschen, Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt.

Hauptsponsor der Ausstellung ist Payback, die gerade in Partnerschaft mit betterplace.org eine neue Spendenwelt geschaffen haben, auf der Payback-Kunden ihre Punkte an ausgewählte betterplaceProjekte ausgeben können. Gemeinsam mit Jonas Bendiksen haben wir deshalb auch ein Projekt ausgewählt, was während der Ausstellung per SMS bespendet werden kann:

Geben Sie Kindern in Kibera eine Chance ist ein Sportprojekt, welches von Auma Obama, der Schwester des amerikanischen Präsidenten ins Leben gerufen wurde und von Care International durchgeführt wird. Kibera – ein Slum in Nairobi, in dem auch Bendiksen wohnte und fotografierte – gilt als der größte Slum der Welt. Hier leben 1 Millionen Menschen auf drei Quadratkilometern zusammen, 65% davon sind HIV positiv. Um einigen der 600.000 Kindern einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen, bietet das Projekt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit Fußball und Basketball zu spielen.

Wir nutzen das gemeinsame Spiel, um uns mit ihren Themen und Problemen auseinanderzusetzen. So können wir über Aids und Malaria reden- über Respekt und Fairness. Gleichzeitig fördert der Sport die Sozialkompetenz, die Organisationsfähigkeit, das Konzentrationsvermögen, die Disziplin und die Toleranz der Kinder. Über den Sport können vor allem auch die Mädchen lernen sich zu behaupten und sich aktiv in die Gemeinschaft zu integrieren. Die erworbenen Kenntnisse können die Kinder auch in anderen Lebensbereichen anwenden – und so langfristig Armut und soziale Not überwinden.

Der Bayerische Rundfunk hat gerade ein schönes TV-Portrait über das Projekt und Auma Obama gemacht.

Schicken Sie doch auch eine SMS mit dem Stichwort ZUKUNFT an die 8 11 90. Damit spenden Sie  3,17€ , von denen 3€ direkt nach Kibera gehen (die 17cent behält Burda Digital, der Provider dieser Charity SMS, als Gebühr ein).

Oder – sollten Sie eine Paybackkarte haben, dann spenden Sie doch ihre Punkte auf das Projekt.

Wie sich eine kleine Initiative mit Hilfe der betterplace-Community zu einem gemeinnützig anerkannten Verein gemausert hat.

Wir im Projekteteam können Geschichten erzählen! So viele sind es, dass sich ein regelrechter Kommunikationsstau bildet. Würden wir alle erzählen, wären wir keine betterplace.org-Mitarbeiter mehr, sondern Schriftsteller.

Eine Geschichte erzähle ich aber flink, da sie für eine wichtige Erfahrung steht, die ich in meinem Jahr bei betterplace.org machen durfte: Ich war und bin Geburtshelferin für Initiativen, die betterplace.org erfolgreich nutzen.

Vor einem Jahr veröffentlichte eine Gruppe von Projektverantwortlichen unter der Trägerschaft des kleinen Vereins ”Jamaa- Ausbildungsprojekt Afrika”  ein typisches Patenschaftsprojekt auf betterplace.org. Jamaa fördert seit 2007  mittellose Studenten aus dem Soweto Slum in Nairobi  in ihrer Berufsausbildung. Über betterplace war  nun eine  Finanzierung  zusätzlicher Bedarfe wie Computerkurse, Handys oder Semestergebühren möglich.

Das Gros der geförderten Studenten entstammt der St. Mathew High School, die unter der Leitung von Mr. Ndeta steht. Ndeta  und sein Bruder führten gleichzeitig gemeinsam eine kleine Schule in ihrem Heimatort. Sein Wunsch war es, eine Patengruppe für diese Schule zu finden. So besuchte der Vereinsvorstand von Jamaa zusammen mit Mr. Ndeta die Schule, um den eigentlichen Bedarf vor Ort zu ermitteln.

Der Bulle muss weg – die Kuh muss her! Inzwischen hatte sich auch ein Vereinsmitglied bereit erklärt, eine eigene Patengruppe auf die Beine zu stellen, die sich ausschließlich der Förderung der kleinen Schule Emukhunzulu widmen wollte. Schnell fanden sich zwei kompetente Helferinnen, die auf betterplace.org ihr Projekt erstmals vorstellten. Als Initiative ohne offiziell gemeinnützigen Status sahen sie sich anfangs mit einigen Hürden konfrontiert. So war etwa die zulässige Projektzahl mit maximal drei aktuellen Projekten schnell erschöpft. Doch damit war den Kindern noch lange nicht geholfen!

Also wartete man, bis ein Projekt erfüllt war, um sogleich ein neues einzustellen. Immerhin konnte eine Brille finanziert werden, außerdem Schuluniformen und Medikamente gegen diverse Erkrankungen, ein neuer Kochofen, es konnten neue Toiletten gebaut und das Klassenzimmer renoviert werden.

Dann kam die Weihnachtszeit – mit einem Ochsen, Milch, Obst, Mais, anderem Gemüse und Gewürzen sollte der kleinen Schule ein grandioses Festmahl beschert werden. Seit dem Weihnachtsfest hatte die Patengemeinschaft ihr eigenes Unterstützernetzwerk gewinnen können, das auch schon mal schnell aushalf, wenn die Milchkuh doch nicht mit den veranschlagten 275 Euro zu kriegen war. Mit dem forschen Aufruf : der Bulle muss weg – die Kuh muss her! konnten schnell zusätzlich 100 Euro für den “Umtausch” akquiriert werden. Alles wohl bemerkt, ohne, dass die Unterstützer eine Spendenquittung dafür erhielten.

Das Eis war gebrochen – mit den vielen neuen Unterstützern aus der betterplace.org- Community realisierte die kleine Initiative weitere Projekte.

All das lief anfangs unterhalb meines Radars – nun, nach genau einem Jahr (vor ein paar Tagen hab ich den Freistellungsbescheid und die Satzung erhalten) ist die Emukhunzulu Patengemeinschaft ein offiziell vom deutschen Finanzamt anerkannter gemeinnütziger Verein, wie schön!

Von einer kleinen privaten Initiative zu einem richtigen Verein – so steht Emukhunzulu-Patengemeinschaft e. V. nun die gesamte Bandbreite der betterplace.org Zahlungsfunktionen (Lastschrifteneinzug, Kreditkarten und Paypal) zur Verfügung. Dadurch bleibt dem Verein auch bürokratischer Aufwand erspart, denn die Spendenquittungen stellt betterplace.org aus!

Auch wenn es viele solcher Beispiele auf betterplace.org gibt, so ist diese Geschichte eng mit meinen Erfahrungen bei betterplace.org verknüpft und schon allein deshalb eine Geschichte wert: die Geburt eines Vereins, dem es  über betterplace.org gelang ein enges und treues Unterstützernetzwerk zu knüpfen!

Yvonne Andreas, Projekte- und Organisationenteam betterplace.org

betterplace.org auf Al-Jazeera

Ein Filmteam von Al-Jazeera besucht ein kenianisches Kinderheim, welches über betterplace.org finanziert worden ist.

“Damit nicht alles den Bach runter geht” – Der Welttoilettentag

Am 19. November ist Welttoilettentag. Das hört sich zunächst nach einem Scherz an, hat aber einen durchaus ernsthaften Hintergrund. Unglaubliche 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu hygienischen Sanitäranlagen. Das sind 40% der Weltbevölkerung.

An den Folgen sterben jährlich laut UNICEF 1,8 Millionen Menschen. Speziell Durchfallerkrankungen machen Kindern zu schaffen. Wer glaubt das AIDS/HIV der Killer schlechthin ist, dem sei gesagt, dass in Entwicklungsländern fünf Mal so viele Kinder an Durchfallerkrankungen sterben wie an AIDS/HIV. Auch die Umwelt wird durch das Fehlen von Sanitäranlagen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Der Welttoilettentag wurde 2001 eingeführt um Aufmerksamkeit auf dieses oftmals vernachlässigte Thema zu lenken. Wir unterstützen das und haben deshalb im studiVZ bzw. meinVZ vom 09.11.09 bis zum 16.11.09 einen Sloganwettbewerb ausgerufen. Der Slogan „Damit nicht alles den Bach runtergeht“ hat uns aufgrund seiner Doppeldeutigkeit überzeugt: Denn oftmals geht die Notdurft eben wirklich den Bach runter – aus dem dann anschließend getrunken wird. Der Slogan ziert nun unseren Startseitenbanner und verweist auf Projekte, die sich mit dem Thema „Toilette“ beschäftigten. Wie die Projekte zeigen, können bereits kleine Beträge Großes bewirken. Helft uns dabei die Gesundheit von vielen Menschen zu verbessern und die Umwelt zu schützen!

Besuch aus Bolivien

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Letzte Woche bekamen wir im Büro Besuch aus Bolivien: betterplace.org Projektverantwortliche Adina Hammoud wollte Jugendlichen aus dem bolivianischen Hochland, die u.a. dank betterplace Spendern in Deutschland Theater spielen konnten, die Menschen hinter der Internetplattform zeigen.

Hier ist Adinas Beschreibung des Projekts Kinder der Mine treffen Kinder des Tagebaus:

Ihre Vorfahren waren oft mineros, Bergarbeiter in den Minen des bolivianischen Hochlandes. Sie selbst als nachfolgende Generation wurden in El Alto geboren und setzen sich in Workshops mit der Geschichte ihres Landes auseinander, die vom Bergbau geschrieben wurde. Im November kommt eine Gruppe von Teatro Trono, Herzstück unseres Projektpartners COMPA, in den Süden Brandenburgs, die Region der Tagebaue. Sie spielen Theater an Schulen dort und geben Workshops, diskutieren mit Schüler_innen über ihre und deren Alltagserfahrungen und lernen eine Region kennen, die wie die Herkunftsregion ihrer Eltern und Großeltern davon geprägt ist, dem Boden seine Schätze zu entreißen: ob Braunkohle oder Silber und Zinn. Ein Begegnungs- und Lernprojekt zu Ökologie und Ökonomie als Vorfeldprojekt zur 6. BREBIT unter dem Jahresthema “Energie macht Entwicklung gerecht und nachhaltig für alle.

So viel wie Adina gibt fast niemand Rechenschaft über ihre Arbeit und läßt im Projektblog die Spender hautnah erleben, was im Projekt geschieht, toll!

Kleine Feldstudie in Jenin

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In der Küche des Cinema Jenin Guest House

Seit 3 Tagen bin ich in der palästinensischen Stadt Jenin und besuche Cinema Jenin eines der Projekte, um das wir uns im letzten Jahr im betterplace Inkubator besonders gekümmert haben. Nachdem ich soviel über die Renovierung des Kinos in der Westbank gehört und die Macher des Projekts, Fakhri Hamad und Marcus Vetter, auf viele verschiedene Veranstaltungen begleitet hatte, war ich extrem gespannt vor Ort am Geschehen teilzuhaben.

Das Kino, in einem stattlichen Bau mitten im Stadtzentrum gelegen, ist mittlerweile weitgehend renoviert. Gleich um die Ecke wurde in den Sommermonaten ein wunderschönes Haus zum Cinema Jenin Guest House umfunktioniert. Hier wohnen die vielen, meist deutschen Volunteers, die sich im Wochen- oder Monatstakt abwechseln. Darunter z.B. zwei junge Filmemacherinnen, die gerade die Geschichte einer israelischen Frau recherchieren, deren Mann bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam und die sich entschlossen hat, die in Jenin lebende Familie des Mörders zu besuchen. Einige von den ehrenamtlichen Mitarbeitern pendeln schon seit eineinhalb Jahren regelmäßig zwischen Deutschland und Jenin hin und her, um die Renovierung und Ausstattung des Kinos voranzutreiben, aber auch um Workshops mit Jugendlichen abzuhalten. Sie werden ergänzt durch eine bunte Mischung aus Einheimischen und (wenigen in Jenin lebenden) Expats, die besuchsweise vorbeikommen.

Was wollen die Leute im Kino sehen?
Meine Aufgabe bestand darin, eine Kurzstudie zur Akzeptanz des Kinoprojekts in der Bevölkerung zu machen und insbesondere die Erwartungen und Vorstellungen, wie das Kino genutzt werden soll, zu erfragen. Jenin ist als eine sehr konservative Stadt bekannt – die Mehrzahl der Frauen tragen Kopftuch, Märtyrerbilder zieren das Straßenbild, während den Intifadas kamen viele der Selbstmordattentäter aus Jenin. Das Freizeitangebot in Jenin ist bislang auf heimische TVs, Restaurants und private Feiern beschränkt, umso höher sind die Erwartungshaltungen an das Kino. Aber: Welche Filme sind in einer Gesellschaft akzeptabel, in der es undenkbar wäre, dass ein junger Mann mit seiner Freundin gemeinsam ein Kino besucht? Können Männer und Frauen gemeinsam im Kino sitzen, oder sollte es getrennte Vorführungen, bzw. Sitzplätze für Frauen und Familien geben?

Mit Feda, einer jungen selbstbewußten Übersetzerin an meiner Seite, unterhielt ich mich in den nächsten Tagen mit einer großen Bandbreite von Bewohnern: von Markthändlern und jungen Unternehmern über Frauen aus den umliegenden Dörfern bis hin zu Vertreterinnen von NGOs und DVD-Verkäufern. Dabei entstand ein differenziertes Profil: Ja, viele wollen einfach nur die neuesten amerikanischen Actionfilme sehen, im Wechsel mit ägyptischen Komödien und ein paar Bollywood-Filmen. Zugleich aber wünschen sie sich gute Dokumentarfilme für ihre Kinder, Komödien für die ganze Familie und ausgewählte palästinensische Filme, von deren Existenz sie zwar wissen, die sie aber selbst noch nie gesehen haben. Überhaupt war die Mehrzahl der von mir Interviewten, bzw. ihre Kinder noch nie in einem Kino gewesen.

Kino auf dem Dach
Sehr spannend wurde es dann an den Abenden, als wir in einer deutsch-palästinensischen Gruppe Filme sahen, um zu überlegen, mit welchem Programm das Kino im Sommer 2010 eröffnet werden soll. Einer von Marcus’ Lieblingsdokumentarfilmen The Monastry fiel bei den arabischen Zuschauern durch: zu langsam erzählt, lautete das einstimmige Fazit. Dafür punktete Die Erde. Der britsche Kinderfilm Son of Rambo gefiel den palästinensischen Zuschauer, dafür waren aber die Reaktionen von den Deutschen sehr gespalten. Einstimmig für spannend und relevant erklärt wurde dagegen Persepolis, die Lebensgeschichte einer jungen Iranerin vor und nach der islamischen Revolution.

Meine Interviewpartner hatten alle den besonderen “cultural code” betont, den es in Jenin zu beachten gäbe, d.h. Nackt- und Liebesszenen seien inakzeptable. Nun kamen solche Szenen fast in jeden der Filme vor, auch wenn sie keine besondere inhaltliche Bedeutung hatten und ich fand es hochinteressant zu sehen, was von den arabischen Zuschauern jeweils als “völlig ok” oder inakzeptabel angesehen wurde. Nun wird es noch mal spannend, wenn der Mufti von Jenin die von uns vorselektierten Filme zur Auswahl bekommt.

betterplace.org Workshop auf Zanzibar

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betterplace.org Workshop auf Sansibar

Vor kurzem trafen Yvonne und ich gemeinsam mit unserer Praktikantin Miriam, zwei Mitglieder von Twende Pamoja e.V., die gerade auf Zanzibar einen betterplace Wokshop durchgeführt hatten. Nun können die sansibarischen Mitglieder des Vereins ihre Projekte selbst einstellen – was sie dann auch gleich machten: Der Feldweg zur Entbindungsstation soll ausgebessert werden. Die Regierung hat zwar zugesagt, dass sie die Arbeiten übernehmen würden, die Baumaterialien müssen aber von den Bewohnern selbst gestellt werden. Und dabei kann man ihnen sehr einfach helfen.

Das 2. Projekt wird von einer Frauenkooperative betrieben, die für ihre Geflügelfarm und Baumschule einen Brunnen bauen wollen. 

Beides Projekte, über die ich mich total freue, weil sie die schrittweise Ermächtigung der Leute vor Ort signalisieren.

Bei unserem Treffen überreichten und Michaela und Matthias von Twende Deutschland eine CD mit eindrucksvollen Photos von ihrem letzten Aufenthalt auf Zanzibar. Hier eine  kleine Auswahl:

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Teilnehmerinnen eines betterplace Workshops auf Sansibar

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Theatervorführung, die mit Hilfe von betterplace-Spenderinnen finanziert werden konnte



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